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Rezeptklassiker: Heimgemachte Gulaschsuppe

Da bin ich endlich mal wieder und freue mich, dass hier überhaupt noch jemand liest. Also… Schön, dass Du da bist! Die Abstände zwischen den Blogbeiträgen werden hier immer länger und der Wiedereinstieg damit auch irgendwie jedes Mals ein bisschen schwieriger. Das letzte Jahr war einfach so ganz anders als erwartet und der Blog ist dabei leider zu kurz gekommen.  Jetzt starte ich hier auf dem Blog auch endlich ins neue Jahr und freue mich drauf! Ideen schwirren zuhauf in meinem Kopf herum und warten nur darauf, umgesetzt zu werden.
Den Start macht heute eine neue Rubrik auf heimgemacht: Rezeptklassiker! Den Anstoß dazu gab mein Umfeld, also Familie, Freunde und Bekannte, die mich immer mal wieder fragten, wie ich denn dieses oder jenes zubereite, vor allem bezogen auf unser Rindfleisch vom Galloway. Und seien wir mal ehrlich: Wenn sich ein Rezept schon über Jahre oder Jahrzehnte hält und immer wieder in einschlägigen Kochbüchern bzw. den Küchen dieser Welt zu finden ist, dann kann es doch eigentlich nur gut sein! Leichte Abwandlungen sind natürlich zu finden und erlaubt und auch ich habe den einen oder anderen Rezeptklassiker unseren Geschmacksrezeptoren angepasst. Außerdem eröffne ich diese Rubrik übrigens auch aus sehr eigennützigen Gründen: Ich möchte über kurz oder lang meine Lieblingsrezepte an einem Ort haben und nicht auf irgendwelchen Zetteln in Ordnern oder  Schubladen oder Kochbüchern mit Randnotizen, nach denen ich dann erst einmal suchen muss. Ich sehe es schon kommen…  Ich werde irgendwann nicht mehr Herr meines Rezepte-Durcheinanders . Wenn ich sie aber in Zukunft alle hier auf heimgemacht unter meinem Rezeptregister habe, wird auch für mich die Rezeptsuche deutlich verkürzt :-) Ihr versteht!
Los geht’s heute also mit der guten alten Gulaschsuppe und ich kann Euch sagen, die geht nicht nur auf irgendwelchen Partys oder Hochzeiten nachts um zwölf. Klar, sie ist perfekt für solche Gelegenheiten, denn sie ist einfach supergut auch für größere Personenzahlen vorzubereiten. Bei uns kommt sie aber auch gerade an so schattigen Februartagen als Mittagsmahlzeit gern auf den Tisch und wir mögen sie alle sehr. Bei meiner Variante kommen schon gleich ein paar Kartoffeln mit in die Suppe; sie sättigt also ganz wunderbar und belebt durch eine leichte Schärfe müde Geister (sicherlich auch ein Grund, warum sie nachts auf Partys gern genommen wird)
Gulaschsuppe 
Zutaten:  
·         500 g Rindfleisch in 1 cm großen Würfel
·         2 Zwiebeln
·         1 Knoblauchzehe
·         Öl zum Anbraten
·         5 EL Paprikapulver (edelsüß)
·         1/2 TL fein geschnittener Majoran
·         2-3 Kartoffeln
·         1 rote und eine grüne Paprikaschote
·         200 g gehackte Tomaten (Dose) 
          Salz und Pfeffer
 
Zubereitung:
 
1.    Öl in einem Topf erhitzen und die Fleischwürfel anbraten und dann aus dem Topf nehmen.
2.    Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln. Nochmals Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch darin unter Rühren anschwitzen. Das Paprikapulver einrühren und kurz andünsten. Topf vom Herd nehmen und den Inhalt mit etwas Wasser ablöschen.
3.    Fleischwürfel und Majoran zu den Paprika-Zwiebeln in den Topf geben. Ca. 1 l Wasser abmessen und davon so viel angießen, dass das Fleisch gerade bedeckt ist. Zugedeckt ca. eine Stunde leicht köcheln lassen.
4.    Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Paprikaschoten halbieren und Samen und Scheidewände entfernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden.
5.    Kartoffeln, Paprika und Tomaten zum Fleisch geben, das restliche Wasse zugeben, salzen und pfeffern und so lange köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
6.    Nochmals abschmecken und dann servieren. 
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Heimgemachte Gästeküche: Herbstmenü

Im Herbst ist es zu Hause am schönsten! Perfekt also, um liebe Gäste einzuladen, den Kamin anzufeuern und es sich im Haus bei gutem Essen gemütlich zu machen. Dabei hat das Ganze schon fast ein bisschen was von Erntedankfest! Die Stars dieser Menü-Idee heute sind nämlich die Früchte der Saison: Kürbis, Apfel, Wurzelgemüse,…  
Und Äpfel und Co. sind nicht nur lecker, sondern auch herrlich dekorativ. Gesellen sich andere herbstliche Naturschönheiten wie Hagebutten und Dahlien in alten Gefäßen vom Flohmarkt dazu, ergibt das eine simple und schöne Tischdeko. Einfache Zutaten verzaubern an Herbsttagen die Stimmung und das gilt für das Menü und für die Dekoration.  
Um auch als Gastgeberin einen entspannten Abend zu genießen, bin ich großer Fan von Gerichten, die gut vorzubereiten sind und entweder nur noch zu erwärmen bzw. anzurichten sind oder fast ohne mein Zutun von alleine fertig werden, während ich mit den Gästen plaudere. Meine Menü-Idee erfüllt diese Voraussetzungen und schmeckt dabei ganz wunderbar und wärmt Leib und Seele. Es ist ein einfaches Menü, zählt aber zu unseren Herbstlieblingen und kommt bei Gästen immer gut an.
Vorspeise
Kürbissuppe mit geräucherter Forelle
Hauptspeise
Rinderbraten auf Gemüse aus dem Ofen mit Zwiebelsauce
Dessert
Apple Crumble im Glas      
 
Kürbis Suppe mit geräucherter Forelle
Zutaten:  
·         1 Zwiebel
·         ca. 750 g Kürbis
·         etwas Butter
·         1 EL Currypulver
·         600 ml kräftige Geflügelbrühe
·         Salz und  Pfeffer
·         1 geräucherte Forelle
 
Zubereitung  
1.    Zwiebel fein hacken und in Butter anschwitzen.
2.    Kürbis in Würfel schneiden und hinzufügen und kurz mit andünsten
3.    Mit Curry bestäuben. Brühe angießen, aufkochen lassen und garen, bis der Kürbis weich ist.
4.    Suppe pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
5.    Forelle von der Haut und Gräten befreien und kleine Stückchen auf die angerichteten Teller geben.
Das Rezept gibt’s für Euch auch als PDF zum ausdrucken.
Rinderbraten auf Gemüse aus dem Ofen mit Zwiebelsoße
Zutaten  
·         200 g Möhren
·         300 g Kartoffeln
·         200 g Sellerie
·         300 g Pastinaken
·         300 g Petersilienwurzel
·         800 g Rinderbraten
·         Jeweils  1-2 Stängel Rosmarin, Thymian und Oregano
·         5 Scheiben Speck
·         4 Lorbeerblätter
·         500 g Zwiebeln (Schalotten, weiße und rote Zwiebeln
·         1 EL Tomatenmark
·         400 ml Rinderfond
·         Öl
Zubereitung
1.    Ofen vorheizen auf 160 Grad
2.    Gemüse schälen und vierteln bzw. in gleich große längliche Spalten schneiden
3.    Öl in einer großen Pfanne erhitzen und den Rinderbraten kräftig anbraten. Fleisch aus der Pfanne nehmen und dann das Gemüse in der Pfanne bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten anrösten. Dann das Gemüse auf ein Backblech verteilen.
4.    Die Kräuter auf den Braten legen, mit Speck umwickeln und festbinden. Braten auf das Gemüse legen, Lorbeer dazu, gut mit Salz und Pfeffer würzen und für ca. 60 Minuten in den Ofen.
5.    Für die Soße Zwiebeln schälen und vierteln. Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin anbraten, Tomatenmark dazugeben und 1 Minute mitbraten. Mit dem Rinderfond aufgießen und aufkochen lassen. Soße bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis sie sämig wird. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
6.    Fleisch aus dem Ofen nehmen und in Alufolie einwickeln und ca. 10 Minuten ruhen lassen. Gemüse aus dem Ofen nehmen und mit Öl beträufeln.
7.    Fleisch auswickeln und zusammen mit dem Gemüse und der Soße servieren.
Das Rezept gibt’s für Euch auch als PDF zum ausdrucken.
 Apple Crumble im Glas
(nach einem Rezept der Living at Home)
Zutaten
 
Für die Streusel:
·         120 g Mehl
·         70 g Zucker
·         1/2 Päckchen Vanillezucker
·         1 Prise Salz
·         80 g weiche Butter
·         1 EL Puderzucker
Für das Kompott:
·         1,5 kg Äpfel z.B. Boskop (geschält und entkernt)
·         Saft von einer 1/2 Zitrone
·         5 cm Zimtstange
·         2 Gewürznelken
·         ca. 5 EL Zucker
·         ca. 250 ml Apfelsaft
Für die Schmandcreme:
·         300 g Vollmilchjoghurt
·         400 g Schmand
·         abgeriebene Schale einer 1/2 Zitrone
·         ca. 3 EL Honig
·         ca. 40 g Zucker  
Zubereitung 
1.    Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz mischen und die Butter in Flöckchen dazugeben. Alle mixen und ca. 1 Stunde kühlen
2.    Äpfel grob würfeln. Mit Zitronensaft, Zimt, Nelken und 4 EL Zucker im Topf mischen und Apfelsaft angießen. Aufkochen und zugedeckt ca. 5-10 Minuten leicht einkochen lassen. Nelken entfernen und Kompott auskühlen lassen.
3.    Ofen auf 175 Grad vorheizen. Blech mit Backpapier auslegen und Streusel darauf verteilen. Ca. 25 Minuten backen und auskühlen lassen.
4.    Joghurt, Schmand und Zitronenschale verrühren und nach Geschmack mit Honig und Zucker süßen. Zimtstange entfernen.
5.    Kompott und Schmandcreme in Gläser schichten, Streusel darüber geben und mit Puderzucker bestäubt servieren. 
Das Rezept gibt’s für Euch auch als PDF zum ausdrucken.
Die Rezepte schmecken übrigens allesamt auch ohne Gäste ganz fantastisch :-)
Liebe Grüße,
Silke
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Kartoffel-Pilz-Pfanne

Da habe ich hier auf dem Blog doch mal eben eine Spätsommer-Blogpause eingeschoben! Ganz ungeplant und länger als gedacht, aber Dinge wie z.B. Krankheit in der Familie haben mich irgendwie ganz eingenommen. Nun bin ich aber wieder da und freue mich! Denn hey, was ist das für eine wunderschöne Zeit! Dieser Altweibersommer ist ganz unglaublich und verwöhnt uns mit schönsten Tagen, die intensiv genutzt werden wollen.

Kochtechnisch kann man aus den Vollen schöpfen. Bei uns gab’s diese Woche Pilze und dazu frisch geerntete Kartoffeln aus der Heide, wo wir einige Tage verbracht haben. Dazu Bällchen von einer groben Bratwurst (bei uns vom Galloway :-) und fertig ist eine superleckere Kartoffel-Pilzpfanne, die perfekt auf die bevorstehende Jahreszeit einstimmt.


Kartoffel-Pilz-Auflauf

 

Zutaten 

 

  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • 300 g gemischte Pilze (Champignons, Kräuterseitlinge,…)
  • 25 g getrocknete Steinpilze
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stange Lauch
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Bund Salbei
  • 120 g Parmesan
  • 5 grobe Bratwürste
  • 400 ml Sahne
  • 3 Eigelb
  • 30 g Butter
  • 2 EL OL
  • Salz und Pfeffer

 

Zubereitung

 

  1. Kartoffeln schälen und in Salzwasser kochen  und dann in dicke Scheiben schneiden
  2. Ofen auf 200 Grad vorheizen
  3. Steinpilze kleiner hacken und in 100 ml heißem Wasser einweichen
  4. Die anderen Pilze putzen und halbieren, Zwiebeln schälen und fein würfeln, Lauch putzen und 2 cm große Stücke schneiden
  5. Salbei in Streifen schneiden und Petersilie fein hacken und Parmesan fein reiben
  6. Die Bratwürste aus der Pelle drücken und zu Bällchen formen und in einer Pfanne in Öl heiß anbraten. Die Bällchen herausnehmen und die Butter in der Pfanne schmelzen und das Lauch darin kurz andünsten und herausnehmen
  7. Die frischen Pilze in der Butter anbraten und die Zwiebeln kurz mitdünsten
  8. Sahne mit dem Salbei und die Steinpilze samt Flüssigkeit in einen Topf um die Hälfte einkochen lassen
  9. Die Hälfte des Parmesans einrühren. Eigelb in einer kleinen Schale verquirlen, 4 EL Sahnesauce unterrühren und dann die Eigelbmaße unter die Sahnesauce rühren. Nicht mehr kochen lassen, sonst gerinnt die Sauce
  10. Petersilie unterrühren und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.Kartoffeln, Lauch, Pilze und die Bällchen in eine Auflaufform füllen und mit der Sahne übergießen, den Rest des Parmesans darüber streuen und im Backofen ca. 30 Minuten backen.

 

Das Rezept gibt’s für Euch auch als PDF zum ausdrucken.

Damit wünsche ich Euch einen guten Start in ein schönes Wochenende. Macht es Euch gemütlich und genießt diese schöne Zeit!

Liebe Grüße
Silke

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Rettet den Sonntagsbraten: Rinderrouladen von unseren Galloways

 

Wie man dem Titel entnehmen kann, geht es um den bewussten Konsum von Fleisch und Fisch aus artgerechter Haltung.

 

Für uns als Selbstversorger und Halter einer kleinen Gallowayherde natürlich ein Herzensthema!
Im letzten Jahr hatte ich hier auf dem Blog schon mal über unsere Galloways berichtet:
Wie wir zu unseren Tieren gekommen sind, deren Eigenschaften, unsere Gedanken dazu, über unsere erste Hausschlachtung….
Hier könnt ihr das gern noch mal nachlesen Klick
Bevor es nun mit dem Rezept los geht, möchte ich auch noch kurz etwas zu den Bildern sagen:
Erscheint es makaber, Bilder von den Galloways in Verbindung mit zubereiteten Rouladen zu zeigen? Für uns ist das ein normaler Ablauf, wir leben mit den Galloways. Für andere ist es aber vielleicht irgendwie befremdlich?!
Wir kamen aber schnell zum dem Schluß, dass es doch eigentlich viel befremdlicher ist an die Fleischertheke zu gehen und Fleisch zu einem möglichst kleinen Preis zu kaufen und überhaupt gar nichts über die Tiere bzw. deren Haltung zu wissen.
Wir handeln stets mit einer hohen Achtung vor dem Leben und dem Sterben unserer Tiere und möchten dieses Bewusstsein auch gern weitergeben.
Ihr seht Bilder unserer Stammherde und den daraus gezogenen Kälbern dieses Jahres.
Mittlerweile haben wir zwei Tiere bei uns am Hof geschlachtet; der nächste Schlachttermin ist für Oktober geplant. Zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Tieren gehört für uns auch, möglichst viel von dem geschlachteten Tier zu verwerten, so ein Tier besteht schließlich nicht nur aus den Edelstücken wie Filet, feinen Steaks und anderem Kurzgebratenem. Suppenfleisch, Beinscheiben und kräftig durchwachsene Stücke gehören ebenfalls dazu. Schmorgerichte und Suppen stehen deshalb seither bei uns hoch in der Rangliste und ganz neue Gerichte haben es auf unseren Küchentisch geschafft. Wir experimentieren gern. In der Woche fehlt ja oftmals die Zeit, doch an den Wochenenden gibt es Gerichte, die schon mal längere Zeit im Ofen verbringen wollen.
 Rouladen stehen dabei ganz hoch Kurs. Ich bereite sie mit den verschiedensten Füllungen zu und gebe ihnen dann viel Zeit bei niedriger Temperatur im Backofen, damit sie perfekt gelingen. Rouladen sind wunderbar vielseitig und man kann ihnen immer wieder eine andere Geschmacksrichtung geben.
Das Rezept für mediterrane Rinderrouladen, die ich mit Paprika und Schafskäse zubereite, findet Ihr hier
Heute zeige ich zwei weitere Variationen: Einmal der Klassiker mit Gewürzgurken und durchwachsenem Speck (der geht immer) und dann eine pikante Füllung mit getrockneten Steinpilzen und Champignons.
Auf dem nächsten Bild seht Ihr übrigens unseren Bullen Picard.
Ein wirklich großer Kerl, aber sehr lieb!

Ich mache immer gleich einen ganzen Schwung Rouladen und lasse auch unterschiedlich gefüllte Rouladen gemeinsam im großen Bräter garen. Sie lassen sich nämlich auch prima einfrieren und schmecken aufgewärmt mindestens genauso gut.

Das ist unsere zweitältestes Kuh Frieda!

Links seht ihr die klassische Füllung mit Gewürzgurke und Speck,
rechts die Füllung aus Steinpilzen und Champignons.
Bei Rouladen gilt:
Scharf anbraten, dann schließen sich schnell die Poren und die Röststoffe geben der späteren Sauce ein kräftiges Aroma.
Beide Rezepte sind für vier Rinderrouladen (je nach Größe) vorgesehen.
Zur Vorbereitung die Rouladen erst mal abwaschen und trocken tupfen. Dann beide Seiten kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und nebeneinanderlegen. Falls nötig, die Fleischscheiben jeweils einzeln zwischen Folien legen und flach klopfen.
Zum Anbraten bzw. für das Schmoren und die Sauce benötigt ihr:
Öl zum Anbraten
300 g Zwiebeln
2 EL Tomatenmark
1 EL Mehl
1/2 l kräftiger Rotwein
3/4 l Gemüsefond
Backofen auf 100 Grad vorheizen.
Klassisch mit Speck & Gewürzgurke:
1 Zwiebel
2 Gewürzgurken
6 TL Senf
8 Scheiben durchwachsener Speck
Getrockneter Thymian, gerebelt
Salz und Pfeffer
Zwiebel abziehen und in dünne Ringe schneiden
Gewürzgurken längs halbieren, vierteln
Rouladen mit Senf bestreichen und mit Speckscheibe belegen.
Dann Zwiebelringe, Thymian und Gurken darauflegen
Aufrollen und entweder mit Spießen fixieren oder mit Küchengarn umwickeln.
 
Pikant mit Steinpilzen und Champignons
 30 g getrocknete Steinpilze
250 g Champignons
1 Zwiebel
80 g durchwachsener Speck
1 Bd gehackte Petersilie
1 Eigelb
1 EL Paniermehl
Salz und Pfeffer
Zwiebel abziehen und würfeln
Steinpilze einweichen und mit Champignons würfeln
Zusammen mit den anderen Zutaten eine Masse herstellen und die Rouladen damit füllen, aufrollen und fixieren.
Für alle Varianten:
Öl in einem Topf erhitzen und die Rouladen ca. 5 Minuten kräftig anbraten, herausnehmen. Nochmals Öl mit den Zwiebeln in den Topf geben und 2 Minuten braten. Tomatenmark einrühren und rösten. Mit Mehl bestäuben und unter ständigem Rühren 2 Minuten braten. Mit einem Schuß Rotwein ablöschen und die Flüssigkeit vollständig einkochen lassen. Dieses dann noch zweimal wiederholen.
Dann den restlichen Rotwein mit dem Gemüsefond dazugießen, die Rouladen wieder hineingeben und alles einmal aufkochen lassen. Topf drauf und dann ab in den Ofen für ca. 3,5 bis vier Stunden (mit einer Fleischgabel prüfen, ob das Fleisch weich ist)
Dann den Topf aus dem Backofen nehmen, Rouladen rausfischen und das Garn bzw. die Spieße entfernen und die Sauce ca. 15 Min. sämig einkochen und gegebenenfalls noch mal abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Als Beilagen eignen sich klassischerweise Kartoffeln, wie mögen auch Nudeln oder Spätzle sehr gern dazu, und ein schönes Gemüse wie z.B. Bohnen, oder im Herbst und Winter auch gern mit Rotkohl.

Bei den Füllungen kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen :-) 
Wir hatten auch schon eine italienische Version mit Pesto und Parmaschinken oder auch eher bayrisch mit Sauerkraut und süßem Senf.

Essen ist etwas sehr Kostbares und so sollten auch die Nahrungsmitteln kostbar behandelt werden und ihren gerechtfertigten Preis haben. Ein  Massentierhaltungssystem mit tierquälerischer Haltung ist nicht zu unterstützen. Leider wird allgemein zu viel Fleisch gegessen; lieber nur hin und wieder ein Stückchen Fleisch und dieses dann aus einer artgerechten Tierhaltung. Durch den Kauf von nachhaltigen regionalen und ordentlich erzeugten Lebensmitteln steigt die Nachfrage nach ebensolchen Produkten aus anständiger Tierhaltung und fördert diese Haltungsweise. Es gibt viele vorbildliche Erzeuger und Landwirte, die es zu unterstützen gilt mit ihrer Art der Tierhaltung. Ein totaler Verzicht auf tierische Produkte ist vielleicht auch nicht der richtige Lösungsansatz, denn er fördert nicht jene Erzeuger, die eine verantwortungsvolle Landwirtschaft mit artgerechter Viehzucht betreiben. Deshalb mag ich diese Aktion „Rettet den Sonntagsbraten“ 

 

Tja, eigentlich hatten wir einmal mit zwei Kühen begonnen. Mittlerweile laufen dreizehn Tiere auf unseren Weiden und mein lieber Mann würde am liebsten noch eine Kuh hinzukaufen.
Die friedfertige, genügsame und widerstandsfähige Art der schönen Tiere beeindruckt uns immer wieder und wir mögen die naturnahe Haltungsweise und ihren Herdenverband.
Unsere Tiere ernähren sich ausschließlich von dem, was die Weiden bieten
und dürfen langsam heranwachsen. So entsteht ein Fleisch mit wunderbarer Zartheit und höchster Qualität und garantiert uns einen Genuss aus unserer Region.

 

Diese Woche beginnen wir mit dem Bau eines Offenstalls auf der Weide. Dann kann die Herde wählen, ob sie bei starken Regen, Schnee oder kräftiger Sonne doch ein wenig Schutz suchen möchte.
Auch wenn wir eine sehr große Familie haben, können wir dann doch nicht mehr alles selbst verzehren und so steht die Überlegung im Raum, doch ein wenig des Fleisches zu verkaufen… im kleinen Rahmen und an Menschen, die dieses Fleisch zu schätzen wissen. Eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass wir die Tiere dann weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld töten dürfen; nämlich bei uns auf der Weide in ihrer Natur. Bisher ist dieses nur für den Privatverbrauch erlaubt. Einen Lebendtransport in einen Schlachthof möchten wir allerdings unbedingt vermeiden.
Wir werden sehen, wie es sich weiter entwickelt bei uns und unseren schönen Galloways!
Liebe Grüße
Silke
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Mediterrane Terrine

Ich finde die Nordseeküste zu jeder Jahreszeit wunderschön!
(Ich hatte Euch ja schon im Januar einmal mitgenommen s. hier)
Aber wenn man im Sommer über den Deich blickt und dort dann gerade die Schafe vor einem sagenhaften Sonnenuntergang posieren …
Schöner geht’s doch kaum!!
  
Bei uns in Norddeutschland gehören die Deichschafe zum typischen Landschaftsbild. Sie beweiden fast sämtliche Küsten- und Binnendeiche und betreiben dabei übrigens aktiven Hochwasserschutz. Denn sie halten das Gras mit ihrem besonderen Gebiss sehr kurz und die Pflanzen reagieren darauf, indem sie größere Wurzeln entwickeln und den Boden damit noch fester machen. Und auch die kleinen Klauen der Schafe festigen die Grasnarbe und Mauselöcher und Maulwurfsgänge werden durch sie zugetreten. All das stabilisiert die Deiche und so machen die Schafe eben einfach einen guten Job und erfreuen nebenbei natürlich auch noch die Touristen :-)
Für mich haben sie sich dann auch noch mal vor dem schönen (Otto) Leuchtturm platziert!
Hier soll es aber heute nicht nur um die schönen Schafe gehen, sondern auch um eine feine Leckerei, die Ihr aber wunderbar zu einem schönen (Deich)-Picknick mitnehmen könntet :-)  
Dazu ein wenig Salat und einen kühlen Schluck… Perfekt! 
(auch ohne Schafe und Sonnenuntergang)
Es ist eine mediterrane Terrine, die vor allem durch getrocknete Tomaten eine großartige Würze erhält. Sie läßt sich prima vorbereiten und gehört bei uns z.B. auch immer zu einem guten Brunch dazu.

 

 

 

Zutaten:
1 kg Rinderhack
100 g getrocknete Tomaten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Je drei Stiele glatte Petersilie und Thymian
1 EL mittelscharfer Senf
1 Ei
150 g Joghurt
250 g Mozzarella
Ca. 1,5 TL Salz und Pfeffer
Ofen auf 175 Grad vorheizen.
Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln.
Getrocknete Tomaten klein schneiden.
Blätter der Kräuter abzupfen und hacken.
Mozzarella würfeln.
Bis auf den Mozzarella alle Zutaten miteinander verkneten.
Eine geeignete Form mit der Hälfte der Hackmasse ausfüllen. Mozzarella mittig verteilen und dabei ein wenig Platz zum Rand lassen. Die andere Hälfte der Hackmasse darauf verteilen und im heißen Ofen ca. 1 Stunden braten.
Flüssigkeit abgießen.
Heiß schmeckt es auch wunderbar als Hackbraten;
kalt ist sie als Terrine ein Genuß.

 

Genießt einen schönen Abend; vielleicht bei einem Picknick!
Liebe Grüße,
Silke
P.S. Habt Ihr es schon bemerkt?! Mein Blog sieht jetzt ein wenig anders aus! Und dann bin ich jetzt auch bei Facebook und Instagram zu finden… Huuiii!!!
So ganz dicke Freunde sind wir noch nicht…  Facebook, Instagram und ich, aber wir arbeiten gerade daran :-) Ich werde dort zukünftig auch immer mal Dinge zeigen oder berichten, die es nicht hier auf den Blog schaffen.
Vielleicht schaut Ihr mal vorbei und wenn Ihr mögt, dann folgt mir dort :-)
Ich freue mich auf Euch!

 

Die Schafe sagen „Tschüß“
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Pilze und Wild

Pilze und Wildfleisch: Zwei Zutaten, die ganz prima zusammenpassen!!! 
Und deshalb sind die beiden gerade im Herbst häufig in unserer Küche anzufinden und das in den verschiedensten Zusammensetzungen und Formen.  
Ich möchte Euch ein paar Rezepte vorstellen, in denen diese beiden Zutaten die Hauptrolle spielen und die unseren Geschmacksnerv erobert haben.
Los geht’s heute mit einem feinen Wildgulasch, dem leckere Steinpilze zur Seite stehen.
Die Steinpilzsaison ist kurz und leider sind die kleinen feinen Pilze selbst dann nicht einfach zu bekommen. Sehe ich sie also irgendwo auf dem Markt, schlage ich eigentlich jedes Mal zu. So geschehen letztes Wochenende auf dem Wochenmarkt in Lüneburg. Günstig sind sie zwar nicht wirklich, schmecken dafür aber unglaublich gut. Ich habe ein neues Rezept ausprobiert, das ich in dem Magazin „Mein liebes Land“ entdeckt habe und das wirklich empfehlenswert ist. Während ich Wildgulasch normalerweise mit Rotwein koche, ist dieses Rezept mit Portwein zubereitet und gibt damit eine leckere Note. Uns hat es auf Anhieb überzeugt und ist somit in unsere Wildrezeptesammlung aufgenommen:

Wildgulasch mit Steinpilzen
 
400 g Gemüsezwiebeln
1 kg Wildgulasch (ich habe Hirschgulasch verwandt)
Öl, Salz Pfeffer
3 Lorbeerblätter
1 EL Mehl
1 EL Paprikapulver
150 ml Portwein
400 ml Wildfond
500 g Steinpilze
1 Bund Lauchzwiebeln
Butterschmalz, Salz, Pfeffer
1 Bd Petersilie
150 g SahneZwiebeln schälen und fein würfeln. Das Fleisch im heißen Öl kräftig anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebeln zugeben und glasig dünsten. Lorbeerblätter hinzufügen. Mehl und Paprikapulver darüber stäuben, anschwitzen und mit Portwein und Fond ablöschen. Zugedeckt bei milder Hitze ca. 90 Min. schmoren.
Steinpilze und Lauchzwiebeln putzen und in Scheiben bzw. 2 cm lange Stücke schneiden. Steinpilze in Butterschmalz scharf anbraten. Lauchzwiebeln zugeben und bei milder Hitze kurz anschwitzen und mit Salz und Pfeffer würzen. Petersilie fein hacken. Sahne zum Gulasch geben, nochmals aufkochen lassen und nachwürzen. Pilzmischung unterheben und mit Petersilie bestreuen.
Wir haben dazu Spätzle gegessen, was ganz prima schmeckte :-)

 

 

Guten Appetit!
Liebe Grüße
Silke
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Kleine Hunde, große Pferde: Ein Nachbarschaftsbesuch

Das Wochenende hat uns verwöhnt! Sonne satt und dazu frühlingshafte Temperaturen! Am Sonntag haben wir das erste Mal in diesem Jahr den Nachmittagstee auf der Terrasse in der Sonne genossen! Wunderbar!
Zuvor waren wir aber noch kurz bei unseren lieben Nachbarn zu Besuch, denn dort gibt es gerade supersüsse Welpen zu sehen. Vier kleine Irish-Terrier, vier Wochen alt.
  
 
Hätten wir nicht schon zwei Hunde…
Aber nein, wir waren eisern! Auch wenn wir uns beim Anblick der kleinen Welpen nur schwer beherrschen konnten und von meinem lieben Mann schon mal so Anmerkungen kamen wie  „Also… wenn der Rüde nicht schon verkauft wäre…“ ?! 
Unsere Nachbarn sind übrigens Landwirte und leben mit der Familie und allerlei Tieren auf einen wunderschönen ca. 150 Jahr alten Hof. Es gibt dort vieles zu sehen und nicht nur der Hof ist wunderschön! Schon wenn man an dem Hof vorbei fährt kann man von weitem zwei große Holzpferde sehen, die Peter selbstgebaut hat. Aus alten Holzstämmen und Balken. Eine Anleitung dafür gibt es hier. Und auf ihrer eigenen Seite hier  gibt’s weitere Informationen zu der Familie und der Rasse Irish Terrier. Einer der Welpen ist nämlich noch zu haben! 
Neben den süßen Welpen möchte ich aber auch ein ganz feines Rouladen-Rezept vorstellen. Dabei kommen die Rouladen mal nicht klassisch daher, also mit Gurke, Speck und Senf gefüllt, sondern diesmal leicht mediterran mit Schafskäse und Paprika. Sie schmecken wirklich unschlagbar gut, vor allem in Kombination mit der Soße aus Zwiebeln, Rotwein und Gemüsefond. Ganz wichtig für diesen unschlagbaren Geschmack ist es, die Rouladen sehr, sehr lange und bei niedriger Temperatur zu garen.

 

 

 

Für 6 Rinderrouladen benötigt ihr:

6 Rinderrouladen
2 rote Paprika
2 gelbe Paprika
200 g Schafskäse
5 Zweige Thymian
3 Zweige Oregano
400 g Zwiebeln
2 EL Tomatenmark
1 EL Mehl
1/2 l Rotwein
3/4 l Gemüsefond aus dem Glas oder -brühe
Olivenöl
Salz u. Pfeffer

Den Backofen vorheizen auf 100 Grad.Paprika waschen, putzen und in grobe Streifen schneiden. Schafskäse in 6 Balken schneiden. Kräuter waschen, Blättchen abzupfen. Zwiebeln schälen und in dünne Streifen schneiden.

Rouladen abspülen, trocken tupfen und ausbreiten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Auf dem unteren Drittel Paprika und je ein Käsestück verteilen und mit den Kräutern bestreuen. Rouladen aufrollen und mit Küchengarn zusammenbinden, salzen und pfeffern.

Öl in einen großen Topf erhitzen und die Rouladen darin 5 Min. anbraten und dann herausnehmen. Zwiebeln anbraten. Tomatenmark einrühren und 2 Min. bei mittlerer Hitze rösten. Mit Mehl bestäuben und weitere 2 Min braten. Mit einem Schuß Rotwein ablöschen und einkochen lassen. Noch mal wiederholen und dann den restlichen Rotwein mit der Gemüsebrühe dazugießen und die Rouladen wieder dazugeben. Einmal aufkochen lassen und dann ab in den Ofen. Abgedeckt ca. 3 1/2 Stunden garen.

Nach der Garzeit die Rouladen herausnehmen und die Sauce auf dem Herd noch mal ca. 15 Min sämig einkochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Garn entfernen, Fleisch wieder in die Sauce legen (zum erwärmen). 

Rouladen aufschneiden und mit reichlich Sauße z.B. mit breiten Nudeln servieren.

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Von unseren Galloways und der ersten Hausschlachtung

Darf ich vorstellen: Unsere Galloway-Herde!
Im Herbst 2010 sind wir eigentlich das erste Mal richtig in Kontakt gekommen mit Galloway-Rindern. Wir verbrachten einen Urlaub in Österreich in einem Chalet in einem wunderschönen Bergdorf. Die Betreiber dieses Chalet-Bergdorfes und des dazu gehörenden Almgasthofs hatten eine eigene Herde von Galloway-Rindern, die das Fleisch für den Eigenbedarf lieferte. Dort haben wir also die Vorzüge des Fleisches im Gasthof kennengelernt und waren total begeistert von der Qualität, zudem hat uns die naturnahe Haltungsweise auf den umliegenden Weiden gefallen. Der erste Gedanke an eigene Galloways war geboren.
 
Als dann kurze Zeit später ein befreundeter Jagdkollege von Reinhard erzählte, er habe auch eine eigene Gallowayherde und wolle diese unbedingt reduzieren, er würde auch gern tragende Kühe verkaufen, war es quasi um uns geschehen.  Das war der Wink an uns?! Wir haben uns also die Herde angesehen und uns direkt zwei Kühe ausgesucht. Im Mai 2011 sind diese dann bei uns auf dem Hof eingezogen. Kurze Zeit später kamen die kleinen Kälbchen, auch weiblich, und im August 2011 haben wir dann noch einen Bullen aus einer anderen Herde hinzugekauft. Diese fünf Tiere bilden jetzt unsere eigene kleine Stammherde, aus der wir Kälber ziehen.
Galloways sind sogenannte Robustrinder. Sie sind naturbelassen, ursprünglich und von Menschen züchterisch nur wenig geformt. Unsere Galloways machen uns viel Freude! Sie sind friedfertig, ganz genügsam und widerstandsfähig. Bei einer naturnahen Haltung bringen Galloways eine hervorragende Fleischqualität. Bei uns dürfen sie langsam und natürlich wachsen. Die Kälber werden ohne unsere Hilfe auf der Weide geboren und ernähren sich ausschließlich von der Muttermilch. Die Kühe sind übrigens ausgesprochen gute Muttertiere. Die Herde wird ganzjährig draußen auf der Weide gehalten, wo sie im Winter ausschließlich Heu gefüttert bekommen. Sie haben noch nie einen Stall von innen gesehen und fühlen sich dabei wohl. Zum Umweiden oder für evtl. Untersuchungen des Tierarztes haben wir einen Fangwagen, in den sie gern für ein paar Zuckerrübenschnitzel gehen. 
Die Jungbullen haben auch noch nie einen Transporter kennengelernt. Uns war es also sehr wichtig, daß auch das Schlachten human und ruhig und stressfrei vonstatten gehen sollte. Wir wollten die Tiere keinesfalls verladen und noch zum Schlachter transportieren müssen, womit wir großen Streß erzeugt hätten. Vor zwei Wochen hatten wir dann die erste Hausschlachtung eines knapp zwei Jahre alten Galloway-Bullen hier am Hof. Mit entsprechenden Genehmigungen ist eine Hausschlachtung möglich, vor allem wenn man das Fleisch nur für den Eigengebrauch und nicht für den Vertrieb produziert. Wir haben das große Glück, einen ganz tollen Schlachter und Metzger zu kennen, der wirklich ein Meister seines Fachs ist. Dieser macht uns auch schon seit Jahren wunderbar unser Wildfleisch fertig und erklärte sich bereit, die Hausschlachtung bei uns durchzuführen. 75 Jahre alt ist er und somit schon 60 Jahre in seinem Beruf tätig!!! Zur Hilfe mitgebracht hat er einen Berufskollegen mit ähnlich langer Berufserfahrung!
Er hat den Bullen in seinem normalem Umfeld auf der Weide völlig ruhig und stressfrei getötet. Das Tier hat keinen Schmerz, Gezerre oder sonstiges erleben müssen.
Der Bulle wurde dann mit unserem Trecker am Frontlader aus der Weide abtransportiert und auf dem Hof geschlachtet. In Viertel zerlegt, hat der Metzger das Fleisch mitgenommen, bei sich in der Kühlkammer abhängen lassen und dann weiter verarbeitet.
Am Samstag haben wir dann das Fleisch abholen können und erfreuen uns an der hervorragenden Qualität. Ich werde jetzt sicher immer mal wieder Rindfleischrezepte vorstellen und möchte heute mit einer wichtigen Grundlage vieler Fleischgerichte beginnen: dem Fond. Die ganze Woche schon koche ich in Etappen die Knochen, die mir der Schlachter glücklicherweise schon klein geschnitten mitgegeben hat, ab und bereite daraus Fond in Gläsern auf Vorrat. Wir haben natürlich sehr viele Knochen unseres Bullen bekommen und das bedeutet viel Gemüse schnippeln und zudem Geduld, denn ein guter Fond sollte einige Stunden auf dem Herd köcheln. Ich habe noch  immer nicht alle Knochen abgekocht!
Ich kann nur empfehlen, Fond selbst zuzubereiten. Er gibt den Gerichten mehr Gehalt und Geschmack. Außerdem kann man dann sicher sein, was sich in dem Glas befindet. Man kann den Fond auf Vorrat herstellen und dann auch wunderbar einfrieren oder einkochen.  

 

 

 

Rinderfond:
1 kg Rinderknochen
2 ungeschälte Zwiebeln
einige zweige Thymian
5 EL Olivenöl
1 Staudensellerie
2 Stangen Lauch
1 Möhre
1 Bund Petersilie
1 EL Pfefferkörner
etwas Salz und Pfeffer
Knochen, halbierte Zwiebeln und Thymian in ein tiefes Backblech legen und mit dem Öl durchmengen. Ca. 45 Min im Backofen bei 180 Grad anrösten. Gemüse schälen bzw. putzen und  klein schneiden. Knochen in einen großen Suppentopf geben und mit viel Wasser (4 l) auffüllen. Alle anderen Zutaten zufügen und aufkochen lassen. Dann bei leichter Hitze 3 Stunden köcheln lassen. Den Fond sieben und dann abkühlen lassen. Nach Abkühlen das Fett abschöpfen, mit Salz und Pfeffer würzen und in Gläser abfüllen
 
Der Fleischbeschauer, ein Veterinär, der für die Gemeinde das Fleisch zu beschauen hat um evtl. Krankheiten etc. auszuschließen, sagte, er habe selten ein so tolles Stück gesehen, denn anhand des Fleisches ließe sich erkennen, daß es ruhig zugegangen sei. Für uns war das nochmal die Bestätigung, daß wir den richtigen Weg gegangen sind. Ein respektvoller Umgang mit dem Tier bis zum Schluß! Wir setzen auf die Qualität natürlicher und artgerechter Lebensbedingungen und verfolgen den Gedanken einer nachhaltigen Ernährung mit ökologischer Qualität. Die gestiegene Industrialisierung der Lebensmittelverarbeitung und Massentierhaltung ist doch bedenklich. Wir müssen nicht alle jeden Tag Fleisch essen, doch wenn wir Fleisch kaufen und essen, sollten wir dieses verantwortungsvoll tun und darauf achten, wie und wo dieses Tier gehalten wurde. Ein niedriger Preis sollte nicht das erste Ziel beim Kauf von Fleisch sein!
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Wildragout mit Steckrübe und Bandnudeln

 

Ade, du liebes Wintergemüse, bis zur nächsten Saison!! Denn die ersten Frühjahrsboten klopfen schon an und warten auf Ihren Auftritt!

Gestern hörte ich in den Nachrichten, daß bereits der erste Spargel geerntet wurde!!! Zwar unter Folien und für den utopischen Preis von 20,00 € das Kilo zu haben, trotzdem sehr, sehr früh!!! Den Spargel werde ich sicherlich noch nicht kaufen, aber dafür wird es bei uns in den nächsten Tagen den ersten eigenen Bärlauch aus dem Garten geben… ca. sechs Wochen früher als im letzten Jahr!!!

Nun aber noch Mal zum Wintergemüse. Schwarzwurzeln, Rosenkohl, Tompinabur,… all das hat uns hier wunderbar begleitet die letzten Monate. Jetzt gab es noch einmal die heißgeliebte Steckrübe und zwar als Zutat in einem Wildragout. Wild steht bei uns sehr häufig auf der Speisekarte, da der Jäger im Hause für stetigen Nachschub sorgt und wir dieses Fleisch lieben. Es ist mager, fein im Geschmack und absolut Bio. Ich bereite es mittlerweile in den unterschiedlichsten Variationen zu. Dabei geht es selbstverständlich ganz klassisch zu z.B. als Braten mit entsprechenden Gewürzen und Beilagen. Aber auch als Gulasch, Frikadellen, im Sommer auf dem Grill und auch gerne als Hackfleisch für Quiche, Lasagne, Terrinen, Chili con Carne,…  Wir haben Hirsch-, Reh- und Wildschweinfleisch zur Auswahl und hin und wieder Wildente oder Wildgans.
 
Einer der Jäger in unserem Haus hat das Geschehen in der Küche übrigens stets im Blick, auch wenn er entspannt ein Nickerchen macht! Man weiß ja nie: Vielleicht fällt ja was ab?!

Eines unserer Lieblingsrezepte ist dieses Wildragout mit Steckrüben und frischen Bandnudeln. Das Fleisch wird mit Kardamon, Wacholder und Zimt gewürzt und hat dadurch einen ganz besonderen Geschmack, der später durch Wildpreiselbeeren   nochmals verfeinert wird. Es schmeckt einfach toll! Für Gäste ist es auch wunderbar geeignet und läßt sich außerdem sehr gut vorher zubereiten. Viele Pluspunkte also!

Ihr benötigt für das Wildragout für ca. 5-6 Portionen:

10 grüne Kardamonkapseln
10 Wacholderbeeren
800 g Wildgulasch
1/2 EL Zimt
2 Zwiebeln
1 große Möhre
2 Stangen Sellerie
1/2 Steckrübe (ca. 300 g)
Öl, Salz, Pfeffer
1 TL Zucker
1 EL Tomatenmark
400 ml Rotwein
400 ml Wildfond
150 g Wildpreiselbeeren aus dem Glas
2 TL Speisestärke
400 g Bandnudeln


Die Kardamonkapseln aufbrechen und die Samen herausnehmen. Diese zusammen mit den Wacholderbeeren in einem Mörser fein zerstoßen. Das Fleisch damit bestreuen, den Zimt untermischen und 1 Stunde kalt stellen.
Inzwischen das Gemüse putzen, schälen, waschen und alles fein würfeln, nur die Steckrübe in etwa 2 cm große Würfel schneiden.
Öl in einem Topf erhitzen und portionsweise stark anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Fleisch herausnehmen, abtropfen lassen und den Bratensaft auffangen. Dann nochmals Öl erhitzen und die Zwiebeln, Möhren und Sellerie darin dünsten. Mit Zucker bestreuen und bei mittlere Hitze weiter dünsten. Tomatenmark zugeben, kurz rösten und mit 200 ml Wein auffüllen. Stark einkochen und den restlichen Wein zugießen und nochmals stark einkochen. Dann Fleisch, Fleischsaft und Fond zugeben und zugedeckt ca. 1 Stunde leicht köcheln.
Streckrüben mit Salzwasser bedecken und bißfest garen, dann abgießen und abschrecken und mit ca. 80 g Preiselbeeren zum Ragout geben. Speisestärke mit etwas kaltem Wasser anrühren, das Ragout damit binden und bei milder  Hitze ca. 2 Minuten köcheln lassen.
Die Nudeln in Salzwasser bissfest garen.
Die Nudeln mit dem Ragout vermischen und servieren. Die restlichen Preiselbeeren extra dazu reichen.
Guten Appetit,
Silke