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Krabben-Lieblinge

Heute geht’s um Heimatliebe, die durch den Magen geht! Leben in Ostfriesland und an der Küste bedeutet nämlich z.B. auch, immer den frischesten Fisch zur Verfügung zu haben; am besten direkt vom Fisch- bzw. Krabbenkutter! Es geht um Krabben, den kleinen Schwestern der Garnelen, und ich kann Euch sagen: Das ist wirklich Liebe und deshalb habe ich heute gleich drei unserer liebsten Rezepte mit Krabben!

Greetsiel, ein kleines, feines Fischerdörfchen, liegt in unserer Nachbarschaft und ist für viele Krabbenfischer der Heimathafen. Kauft man die Krabben direkt vom Kutter sind sie superfrisch, allerdings noch nicht aus der Schale gepult. Das Krabbenpulen bedarf ein bisschen Geduld, Übung und den richtigen Dreh, aber es lohnt sich. Fangfrisch und selbst gepult schmecken Krabben nach frischer, salziger Nordsee und sind kaum zu vergleichen mit den bereits gepulten Exemplaren. Diese haben auch meistens eine Reise von 6000 Kilometer auf dem Buckel, einmal nach Marokko und zurück. Sie werden zwar hier gefangen, geschält werden sie aber überwiegend von Marokkanerinnen. Die Arbeitskräfte dort sind günstiger und die Arbeiterinnen pulen im Akkord und so rechnet sich der Aufwand. Früher wurden die Krabben an der Küste in Heimarbeit gepult. Meistens waren es die Familien der Fischer, die diese Arbeit übernahmen. Die Hygienevorschriften der EU lassen das allerdings nicht mehr zu und so treten die Krabben nun die lange Reise an. Das ist schon irgendwie verrückt.

Schwarzbrot mit Butter, Spiegelei und Krabben oder Krabbensalat oder Rührei mit Krabben… das sind Krabbenklassiker. Wir haben aber noch ein paar andere Krabben-Highlights:

  1. Unsere Krabbensuppe
  2. Fettuccine mit Tomaten-Krabben-Sauce
  3. Erben-Krabben-Omelett

Erbsen-Krabben-Omelett  

Zutaten:

  • 150 g Zuckerschoten
  • 200 g Erbsen (ausgepalt)
  • 2 TL Zucker, Salz

 

  • 1/2 Bund Dill
  • 250 g Schmand
  • Pfeffer, Muskatnuss
  • 1 Handvoll Schnittlauchröllchen
  • 8 Eier
  • 100 ml Milch
  • 30 g geriebener Käse
  • 20 g Butter
  • 250 g Nordseekrabben (ausgepult)

Zubereitung:

  1. Zuckerschoten in Stücke schneiten und mit Erbsen und Zucker im Salzwasser ca. 4 Minuten kochen lassen. Abgießen.
  2. Dill waschen und hacken. Schmand im Topf erwärmen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Dill unterrühren.
  3. Eier mit Milch, Käse, Schnittlauch, Salz und Pfeffer verquirlen und daraus nacheinander vier Omeletts in Butter backen.
  4. Omeletts mit Dill-Schmand, Erbsen und Zuckerschoten füllen, umklappen und mit Krabben und etwas Dill servieren.

Fettuccine mit Tomatensauce-Krabben-Sauce 

 

Zutaten:

 

  • 1 kg ungeschälte oder ca. 350 g geschälte Krabben
  • 10 Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe, geschält und gehackt
  • abgeriebene Schale und Saft von einer unbehandelten Zitrone
  • 150 ml Sahne
  • 500 g Fettuccine
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • Olivenöl und ca. 30 g Butter
  • Salz und Pfeffer 

 

Zubereitung:

 

  1. Nudeln nach Packungsanweisung kochen, abtropfen lassen und zurück in den Topf geben.
  2. Die Tomaten blanchieren, enthäuten und dann klein schneiden.
  3. In einem Topf einen guten Schuß Olivenöl mit der Butter erhitzen.
  4. Die Tomaten zusammen mit dem Knoblauch und der Zitronenschale darin anschwitzen und nach einigen Minuten die Krabben zufügen. Sahne einrühren und noch ein wenig köcheln lassen.
  5. Mit Salz und Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und zusammen mit der grob gehackten Petersilie zu den Nudeln geben und vermengen.

Krabbensuppe

 

Zutaten: 

 

  • Schalotte
  • 1 Würfel (50 g)  Krebs-Suppen-Paste
  • 25 g   Mehl
  • 400 ml  Fischfond (aus dem Glas)
  • 100 g   Schlagsahne
  • 1 EL   Cognac
  • 150 g   Nordseekrabbenfleisch
  • Salz und Pfeffer
  • Sahne und Petersilie oder Dill

 

Zubereitung:.

 

1     Schalotte schälen und fein würfeln.

2     Suppen-Paste in einem Topf erwärmen und die Schalotte darin glasig andünsten, mit Mehl bestäuben und anschwitzen.

3     Mit dem Fischfond, 1/4 Liter Wasser und Sahne ablöschen.

4     Unter Rühren aufkochen lassen und mit Salz, Pfeffer und Cognac abschmecken. Krabben zur Suppe geben und warm ziehen lassen.

5     Mit geschlagener Sahne und Petersilie oder Dill garniert servieren.

 

Die drei Rezepte habe ich noch einmal für Euch als PDF zum ausdrucken:

Erbsen-Krabben-Omelett

Fettuccine mit Tomaten-Krabben-Sauce und

Krabbensuppe

Liebe Grüße,

Silke

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Schnelle Wirsingpasta

Das Wintergemüse muß sich schon mächtig ins Zeug legen,
um weiterhin Platz auf dem heimischen Esstisch zu finden.
Denn plötzlich ist der Frühling da und mit ihm steht natürlich auch das junge Frühlingsgemüse in den Startlöchern.
Den ersten Bärlauch werde ich sicherlich schon nächste Woche ernten können 🙂 
Er ist zwar noch nicht allzu hoch, gibt aber jetzt ordentlich Gas bei den Temperaturen und dem Sonnenschein. 
Heute hat hier aber noch einmal der Wirsingkohl seinen Auftritt. Dabei ist er weniger typisch zubereitet, sondern geht vielmehr eine frühlingshafte Verbindung mit Zitronen, Pinienkernen und Pasta ein.
Schnell gemacht und dabei sooo lecker!  

 

Dieses Jahr sind die Schneeglöckchen übrigens ganz großartig.
Sie blühen ziemlich lange und dabei sehr, sehr üppig.
Ganz langsam verabschieden sie sich…
 Schnelle Wirsingpasta
500 g Wirsing
150 g Schinkenwürfel
1/2 Bund Schnittlauch
2 Zitronen
4 EL Pinienkerne
500 g Nudeln z.B. Schmetterlingsnudeln
100 ml Gemüsebrühe
200 ml Sahne
Sonnenblumenöl zum Anbraten
Salz und Pfeffer
frisch geriebener Parmesan nach Geschmack
Pasta nach Packungsanweisung in Salzwasser garen.
Pinienkerne in einer Pfanne leicht anrösten.
Wirsing putzen, Struck entfernen und in feine Streifen schneiden.
Schnittlauch in Röllchen schneiden.
Zitronenschale abreiben und den Saft aufpressen.
Öl erhitzen und Schinken darin anbraten. Wirsing zugeben und bei mittlere Hitze ca. 3 Minuten andünsten. Mit Brühe und Sahne aufgießen, aufkochen lassen und dann ca. weitere 3 Minuten köcheln lassen.
Nudeln abgießen und zurück in den Topf geben.
Wirsing untermengen. 2 TL Zitronenschale und ca. 5 EL Zitronensaft (nach Geschmack) untermischen und alles mit Salz und Pfeffer würzen.
Auf tiefen Tellern anrichten und mit Schnittlauch und Pinienkernen bestreuen. Parmesan darüber geben.  
 Das Gericht läßt sich auch ganz einfach variieren. So kann man statt des Wirsings auch prima Rosenkohl verwenden, man kann auch noch zusätzlich eine Zwiebel mit anbraten oder auch die Zitronen durch Orangen ersetzten.

 

Ich wünsche Euch einen guten Start ins frühlingshafte Wochenende!
Liebe Grüße
Silke

 

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Trendfarbe Koralle und dazu leckeren Lachs

Alle Signale auf rot, denn in diesem Sommer heißt die Trendfarbe Koralle!!
Oder auch Cayenne, wie die Farbe bei Pantone heißt!
Wie auch immer: wunderschöne Rottöne, von Feuerrot über Koralle und Hummer bis hin zu Pink, gepaart mit Apricot-, Pfirsich und Lachstönen füllen ein Stoffregal seit dem Frühjahr in meinem Atelier und sehen dabei wunderbar sommerlich frisch aus!
Einige dieser Stoffe sind auch schon verarbeitet in Form von Kleidungsstücken in meinen Kleiderschrank gewandert.
 
Meinen neuen Rock aus einem meiner Lieblingsstoffe möchte ich Euch hier zeigen! Er gefällt auch unserem Dackel Gustav ganz gut, wie man auf dem folgenden Bild erkennen kann 🙂
Der Rock ist nicht sehr schwer zu nähen. Vorder- und Rückenteil werden nur in Falten gelegt, also ohne die Falten zu nähen, dann kommt obendrauf ein Bündchen oder eine kleine Passe. Den Reißverschluß habe ich seitlich eingesetzt. Man muß nicht einmal zwingend ein Futter einnähen. Durch den Seidenanteil hat der Rock einen leichten Glanz und sieht sehr edel aus, macht sich aber auch hervorragend leger zu einem Shirt oder Jeanshemd. Ich habe den Schnitt selbst gemacht, habe aber bei Burda einen sehr ähnlichen Schnitt für Euch gefunden, der mit der Burda-Anleitung auch sicher nicht allzu erfahrenen Näherinnen gelingt.
Technische Zeichnungen: burda style

© Verlag Aenne Burda GmbH & Co. KG, Offenburg

Den Schnitt findet Ihr hier
Weitere Koralletöne sind in Form von neuen Kissen bei uns ins Haus eingezogen. Zwei gestreifte Modelle mit Beige-/Weißtönen und ein Unifarbenes mit einer gröberen Struktur (Baumwolle/Leinen). 
Alle Stoffe (Rock und Kissen) sind bei mir erhältlich solange der Vorrat reicht 🙂
Bei Interesse einfach kurz schreiben.

Und weil das heute so gut zu diesen Farben passt und außerdem eines unserer absoluten Lieblingssommerpasta-Gerichte ist, möchte ich Euch auch noch diese leckeren Spaghetti mit Räucherlachs vorstellen.
Wir essen dieses Gericht gerade in den Sommermonaten sehr häufig. Gerne auch mit Gästen draußen auf der Terrasse, denn man steht nicht allzu lange am Herd! Das Pesto läßt sich fabelhaft vorbereiten und so muß man nur noch kurz die Nudeln kochen und den Lachs mit den Tomaten anbraten. Alles in einem Topf vermischen und ruckzack auf den Tisch! Es schmeckt sommerlich leicht und sehr frisch durch das Zitronenpesto.  
 Pasta mit Zitronenpesto und Lachs
Zutaten:
Für das Pesto:
1 Bio-Zitrone
2 Knoblauchzehe
100 g Parmesan
1 Bund glatte Petersilie
1 großen oder zwei kleine Töpfchen Basilikum
12 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer
500 g Spaghetti
150 g Rucola
250 g Kirschtomaten
200 g geräucherten Lachs
3 EL Schmand
Zitrone waschen und die Schale abreiben und auspressen. Knoblauch schälen und grob hacken. Parmesan reiben. Kräuter waschen, trocken schütteln und Blätter abzupfen. Alles zusammen mit dem Olivenöl und 3 EL Zitronensaft pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Nudeln kochen. Rucola putzen und waschen und dann kleiner schneiden. Tomaten waschen und halbieren. Lachs in Streifen schneiden.
2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und zunächst die Tomaten darin 3-4 Minuten braten. Den Lachs zugeben und ca. 2 Minuten mitbraten.
Nudeln abgießen und dann wieder in den Topf geben.
Schmand, Pesto und Rucola unterheben und mit den Tomaten und dem Fisch mischen.
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Familiengemüse

Gibt es ein Familiengemüse? 
Ich meine damit ein Gemüse ähnlich wie ein Familienrezept. Das sich allseits großer Beliebtheit erfreut, ob bei Kindern oder Großeltern, zu dem es Geschichten zu erzählen gibt oder an dem Erinnerungen hängen. Das bereits über Jahre einen Stammplatz auf dem heimischen Esstisch hat und dabei in verschiedenen Variationen?! Ich würde sagen: Wir haben so ein Gemüse! Und zwar die oftmals unterschätzten „Dicken Bohnen“ oder auch „Sau-Bohnen“, wie sie in einigen Regionen genannt werden.
Eine meiner ersten Gartenerinnerungen ist z.B. nicht etwa Unkrautjäten oder das Pflücken von bunten Blumen?! Nein, es ist „Bohnen puhlen“ auf der Terrasse. Als Kind waren es gefühlte und gar nicht kleiner werdende Berge von Bohnenschoten. Dabei haben auch immer gerne die Hofferiengäste geholfen. 
Und dann gab es am nächsten Tag die ersten neuen Dicken Bohnen für alle zum Mittag! Köstlich!
Mein Vater hat mittlerweile den Anbau und die Ernte der Bohnen komplett übernommen und quasi ein kleines „Feld“ damit bepflanzt. Wunderschöne große Pflanzen mit vielen dicken Bohnenschoten dran, die bewundernde Blicke von vorbeifahrenden Radfahren ernten. Hin und wieder wird er gefragt, wer denn diese großen Massen isst! Mein Vater lächelt dann nur; weiß er doch um seine Familie und deren Leidenschaft für dicke Bohnen. In diesem Jahr betrug die Ernte vier volle Schubkarren, die dann noch aus der dicken Hülse befreit werden mußten. Seine Hände sahen danach schlimm aus!!
 Meine Mutter übernimmt dann die Weiterverarbeitung und friert die Bohnen ein, so müssen meine Schwester und ich uns dann also nur noch die fertig portionierten Tüten abholen! Luxus!
Oftmals kommen die Bohnen als Beilage zu Fleischgerichten gemischt mit kleinen Möhren auf den Tisch oder auch gern in einem deftigen Eintopf mit Kartoffeln und Fleischwürfeln. Zu Spaghetti schmecken sie aber auch wunderbar!
Als mein Mann übrigens bei einem ersten gemeinsamen Essen mit der Familie beim Anblick der dicken Bohnen erklärte, daß diese ein „Lieblingsgemüse“ von ihm seien, erntete er allseits ein anerkennendes Lächeln und der Einstieg in die Familie war perfekt!
Ich möchte hier heute zwei Gerichte mit Dicken Bohnen vorstellen, wobei das eine mehr ein kleiner Snack ist. 
Nun hat sicher nicht jeder zu Hause einen Vater der ein Feld mit Dicken Bohnen bepflanzt. Zum Glück gibt es sie aber ja gerade auf dem Markt bzw. im Supermarkt und noch dazu für kleines Geld. Wenn einem aber auch das Auspalen aus der dicken Hülse zu lange dauert, kann man auch im Tiefkühlfach nachschauen.
Kommen wir zum ersten Rezept:
Spätzle Pfanne mit Dicken Bohnen und Kabanossi
Je 400 g frische Spätzle aus dem Kühlregal,  Dicke-Bohnen und ein kleiner Spitzkohl
250 g Kabanossi
1/4 l Gemüsebrühe
Öl, Salz und Pfeffer
Spätzle in kochendem Salzwasser garen und abtropfen lassen.
Dicke Bohnen in kochendem Salzwasser blanchieren, abgießen und abschrecken und die weiße Haut entfernen.
Spitzkohl vierteln, waschen und vom Struck in Streifen schneiden.
Kabanossi in Scheiben schneiden.
Öl in einer großen Pfanne erhitzen und Kabanossi unter Wenden darin anbraten. Spätzle kurz mitbraten und dann beides herausnehmen.
Kohl und Bohnen im Bratfett ca. 5 Minuten braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Brühe angießen und weitere 3-4 Minuten garen. Kabanossi und Spätzle hinzugeben und bei Bedarf noch einmal nachwürzen.
 Die Grundlage bzw. das folgende Rezept habe ich in diesem wunderbaren Kochbuch entdeckt. Ich habe es nur leicht abgewandelt. Man kann es als Snack reichen oder auch als Vorspeise. Es schmeckt einfach super!
Bohnenpüree auf Mozzarella-Rucola-Crostini
Für das Bohnenpüree
450 g dicke Bohnen
1/2 Töpfchen frischen Basilikum
50 g Parmesan oder Pecorino
2 EL Olivenöl
1 TL Zitronensaft
Salz und Pfeffer
Für die Crostini
250 g Büffelmozzarella
1 Baguettebrot in Scheiben
1 große Knoblauchzehe, geschält und halbiert
Eine Handvoll Rucola
Olivenöl
Fleur de Sel
Die Bohnen in kochendem Salzwasser ca. 2-3 Minuten kochen, abgießen und abschrecken und die Haut anritzen und den Kern herausdrücken.
Bohnenkerne mit Basilikum zu einer großen Paste pürieren. Käse, Öl und Zitronensaft untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Mozzarella zerpflücken und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Baguettescheiben toasten und mit den Knoblauchhälften einreiben.
Erst das Bohnenpüree, dann Mozzarella und Rucola darauf verteilen, mit Öl beträufeln und mit Fleur de Sel bestreuen.
Die Crostini sofort servieren.

 

 

 

 

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Hofpromis und mein liebstes Spargelrisotto

 Da schlägt man am Samstagmorgen die lokale Tageszeitung auf und wer schaut einem da frech und fröhlich entgegen?! Unsere Esel! Unter der Rubrik „DAT MOI BILD AN’T ENN VAN D‘ WEEK“ („Das schöne Bild zum Wochenende“ für alle nicht plattdeutschfirmen Leser 🙂 sind drei unserer insgesamt vier Esel abgebildet.

Und die Bildunterschrift lautet:
„In munterem Dreiklang in ein vergnügtes, hoffentlich sonniges Mai-Wochenende.“

Tatsächlich ist es so, daß unsere Esel ganz häufig Freude und Vergnügen bei anderen auslösen und ein Lächeln in nahezu jedes Gesicht zaubern. Sie haben einfach eine tolle Ausstrahlung: Ein bißchen frech, große Ohren, recht eigenwillig und sehr, sehr neugierig, ausgesprochen freundlich, verschmust und einfach liebenswert und lustig in ihrer Art. 
Und so sind sie auch bereits zum dritten Mal in der lokalen Zeitung abgebildet und haben somit den Promistatus an unserem Hof. Max, unser ältester Esel, hat zudem jedes Jahr einen Gastauftritt bei einem lebendigen Krippenspiel zur Weihnachtszeit im nächsten Dorf. Der ist also schon quasi ein Profi vor der Kamera. Wir denken langsam darüber nach, ob wir nicht doch mal eine Gage verlangen sollten 🙂
Ein sonniges Mai-Wochenende war es nun nicht gerade, dafür verwöhnt uns das Frühjahr aber gerade mit so vielen tollen Leckereien: Erdbeeren, Rhabarber, Spinat, Spargel…!Und Spargel gibt es im Moment mindestens einmal die Woche bei uns in verschiedenen Variationen, schließlich ist ja die Saison nur so kurz und wir lieben Spargel! Eines meiner absoluten Lieblingsrezepte ist ein Spargelrisotto mit Mandel und mariniertem Filet. Ganz wunderbar schmeckt feines Hähnchenbrustfilet dazu, wir essen es aber auch z.B. mit Wild- oder Gallowayfilet. Das Fleisch sollte mind. eine halbe Stunde in einer Marinade aus Knoblauch, Chili, Balsamico, Olivenöl und Sojasoße ziehen, dann ist es einfach toll zu dem Risotto mit weißem und grünem Spargel und gerösteten Mandelblättchen


Spargel-Risotto mit Mandeln und mariniertem Filet

Ihr benötigt:
400-500 g Hähnchenbrust-, Wild- oder Kalbsfilet
1 rote Chilischote
2 Knoblauchzehen
2 EL Balsamico
2 EL Olivenöl
3 EL Sojasoße
1 EL brauner Zucker
je 250 g weißen und grünen Spargel
3 EL Butter
2 Schalotten
300 g Risottoreis
200 ml trockener Weißwein
800 ml Gemüsebrühe
3 EL gehobelte Mandelblättchen
100 g Parmesan, frisch gerieben
Salz und Pfeffer
Die Chilischote entkernen und fein hacken, 1 Knoblauchzehe schälen und durchpressen, beides mit dem Essig, Öl, der Sojasoße und dem Zucker zu einer Marinade verrühren. Das Fleisch waschen, trocknen und in Stücke schneiden, mit der Marinade vermengen und zudeckt im Kühlschrank mind. eine halbe Stunde ziehen lassen. 
Spargel schälen (grünen Spargel nur im unteren Drittel!) und in ca. 2cm breite Stücke schneiden. Die Spargelspitzen extra abschneiden und zur Seite stellen. 
Schalotten und zweite Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Butter erhitzen und beides darin zusammen mit dem Spargel andünsten. Reis dazugeben und weiterdünsten. Mit Wein ablöschen und nach und nach Brühe zugeben. Bei kleiner Hitze ca. 10 Minuten garen lassen und immer wieder umrühren. Die Spargelspitzen zugeben und weitere 10 Minuten garen. 
Mandelblättchen fettfrei in einer Pfanne anrösten.
Das Fleisch aus der Marinade nehmen und abtropfen lassen, dabei die Marinade auffangen. Das Fleisch in einer Pfanne anbraten, die Marinade zugeben und erhitzen.
Parmesan und etwas Butter zum Risotto geben. Nach Bedarf noch etwas Brühe zugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 
Das Fleisch auf dem Risotto mit den gerösteten Mandelblättchen bestreut servieren.   

 

 

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Kleine Hunde, große Pferde: Ein Nachbarschaftsbesuch

Das Wochenende hat uns verwöhnt! Sonne satt und dazu frühlingshafte Temperaturen! Am Sonntag haben wir das erste Mal in diesem Jahr den Nachmittagstee auf der Terrasse in der Sonne genossen! Wunderbar!
Zuvor waren wir aber noch kurz bei unseren lieben Nachbarn zu Besuch, denn dort gibt es gerade supersüsse Welpen zu sehen. Vier kleine Irish-Terrier, vier Wochen alt.
  
 
Hätten wir nicht schon zwei Hunde…
Aber nein, wir waren eisern! Auch wenn wir uns beim Anblick der kleinen Welpen nur schwer beherrschen konnten und von meinem lieben Mann schon mal so Anmerkungen kamen wie  „Also… wenn der Rüde nicht schon verkauft wäre…“ ?! 
Unsere Nachbarn sind übrigens Landwirte und leben mit der Familie und allerlei Tieren auf einen wunderschönen ca. 150 Jahr alten Hof. Es gibt dort vieles zu sehen und nicht nur der Hof ist wunderschön! Schon wenn man an dem Hof vorbei fährt kann man von weitem zwei große Holzpferde sehen, die Peter selbstgebaut hat. Aus alten Holzstämmen und Balken. Eine Anleitung dafür gibt es hier. Und auf ihrer eigenen Seite hier  gibt’s weitere Informationen zu der Familie und der Rasse Irish Terrier. Einer der Welpen ist nämlich noch zu haben! 
Neben den süßen Welpen möchte ich aber auch ein ganz feines Rouladen-Rezept vorstellen. Dabei kommen die Rouladen mal nicht klassisch daher, also mit Gurke, Speck und Senf gefüllt, sondern diesmal leicht mediterran mit Schafskäse und Paprika. Sie schmecken wirklich unschlagbar gut, vor allem in Kombination mit der Soße aus Zwiebeln, Rotwein und Gemüsefond. Ganz wichtig für diesen unschlagbaren Geschmack ist es, die Rouladen sehr, sehr lange und bei niedriger Temperatur zu garen.

 

 

 

Für 6 Rinderrouladen benötigt ihr:

6 Rinderrouladen
2 rote Paprika
2 gelbe Paprika
200 g Schafskäse
5 Zweige Thymian
3 Zweige Oregano
400 g Zwiebeln
2 EL Tomatenmark
1 EL Mehl
1/2 l Rotwein
3/4 l Gemüsefond aus dem Glas oder -brühe
Olivenöl
Salz u. Pfeffer

Den Backofen vorheizen auf 100 Grad.Paprika waschen, putzen und in grobe Streifen schneiden. Schafskäse in 6 Balken schneiden. Kräuter waschen, Blättchen abzupfen. Zwiebeln schälen und in dünne Streifen schneiden.

Rouladen abspülen, trocken tupfen und ausbreiten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Auf dem unteren Drittel Paprika und je ein Käsestück verteilen und mit den Kräutern bestreuen. Rouladen aufrollen und mit Küchengarn zusammenbinden, salzen und pfeffern.

Öl in einen großen Topf erhitzen und die Rouladen darin 5 Min. anbraten und dann herausnehmen. Zwiebeln anbraten. Tomatenmark einrühren und 2 Min. bei mittlerer Hitze rösten. Mit Mehl bestäuben und weitere 2 Min braten. Mit einem Schuß Rotwein ablöschen und einkochen lassen. Noch mal wiederholen und dann den restlichen Rotwein mit der Gemüsebrühe dazugießen und die Rouladen wieder dazugeben. Einmal aufkochen lassen und dann ab in den Ofen. Abgedeckt ca. 3 1/2 Stunden garen.

Nach der Garzeit die Rouladen herausnehmen und die Sauce auf dem Herd noch mal ca. 15 Min sämig einkochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Garn entfernen, Fleisch wieder in die Sauce legen (zum erwärmen). 

Rouladen aufschneiden und mit reichlich Sauße z.B. mit breiten Nudeln servieren.

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Wildragout mit Steckrübe und Bandnudeln

 

Ade, du liebes Wintergemüse, bis zur nächsten Saison!! Denn die ersten Frühjahrsboten klopfen schon an und warten auf Ihren Auftritt!

Gestern hörte ich in den Nachrichten, daß bereits der erste Spargel geerntet wurde!!! Zwar unter Folien und für den utopischen Preis von 20,00 € das Kilo zu haben, trotzdem sehr, sehr früh!!! Den Spargel werde ich sicherlich noch nicht kaufen, aber dafür wird es bei uns in den nächsten Tagen den ersten eigenen Bärlauch aus dem Garten geben… ca. sechs Wochen früher als im letzten Jahr!!!

Nun aber noch Mal zum Wintergemüse. Schwarzwurzeln, Rosenkohl, Tompinabur,… all das hat uns hier wunderbar begleitet die letzten Monate. Jetzt gab es noch einmal die heißgeliebte Steckrübe und zwar als Zutat in einem Wildragout. Wild steht bei uns sehr häufig auf der Speisekarte, da der Jäger im Hause für stetigen Nachschub sorgt und wir dieses Fleisch lieben. Es ist mager, fein im Geschmack und absolut Bio. Ich bereite es mittlerweile in den unterschiedlichsten Variationen zu. Dabei geht es selbstverständlich ganz klassisch zu z.B. als Braten mit entsprechenden Gewürzen und Beilagen. Aber auch als Gulasch, Frikadellen, im Sommer auf dem Grill und auch gerne als Hackfleisch für Quiche, Lasagne, Terrinen, Chili con Carne,…  Wir haben Hirsch-, Reh- und Wildschweinfleisch zur Auswahl und hin und wieder Wildente oder Wildgans.
 
Einer der Jäger in unserem Haus hat das Geschehen in der Küche übrigens stets im Blick, auch wenn er entspannt ein Nickerchen macht! Man weiß ja nie: Vielleicht fällt ja was ab?!

Eines unserer Lieblingsrezepte ist dieses Wildragout mit Steckrüben und frischen Bandnudeln. Das Fleisch wird mit Kardamon, Wacholder und Zimt gewürzt und hat dadurch einen ganz besonderen Geschmack, der später durch Wildpreiselbeeren   nochmals verfeinert wird. Es schmeckt einfach toll! Für Gäste ist es auch wunderbar geeignet und läßt sich außerdem sehr gut vorher zubereiten. Viele Pluspunkte also!

Ihr benötigt für das Wildragout für ca. 5-6 Portionen:

10 grüne Kardamonkapseln
10 Wacholderbeeren
800 g Wildgulasch
1/2 EL Zimt
2 Zwiebeln
1 große Möhre
2 Stangen Sellerie
1/2 Steckrübe (ca. 300 g)
Öl, Salz, Pfeffer
1 TL Zucker
1 EL Tomatenmark
400 ml Rotwein
400 ml Wildfond
150 g Wildpreiselbeeren aus dem Glas
2 TL Speisestärke
400 g Bandnudeln


Die Kardamonkapseln aufbrechen und die Samen herausnehmen. Diese zusammen mit den Wacholderbeeren in einem Mörser fein zerstoßen. Das Fleisch damit bestreuen, den Zimt untermischen und 1 Stunde kalt stellen.
Inzwischen das Gemüse putzen, schälen, waschen und alles fein würfeln, nur die Steckrübe in etwa 2 cm große Würfel schneiden.
Öl in einem Topf erhitzen und portionsweise stark anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Fleisch herausnehmen, abtropfen lassen und den Bratensaft auffangen. Dann nochmals Öl erhitzen und die Zwiebeln, Möhren und Sellerie darin dünsten. Mit Zucker bestreuen und bei mittlere Hitze weiter dünsten. Tomatenmark zugeben, kurz rösten und mit 200 ml Wein auffüllen. Stark einkochen und den restlichen Wein zugießen und nochmals stark einkochen. Dann Fleisch, Fleischsaft und Fond zugeben und zugedeckt ca. 1 Stunde leicht köcheln.
Streckrüben mit Salzwasser bedecken und bißfest garen, dann abgießen und abschrecken und mit ca. 80 g Preiselbeeren zum Ragout geben. Speisestärke mit etwas kaltem Wasser anrühren, das Ragout damit binden und bei milder  Hitze ca. 2 Minuten köcheln lassen.
Die Nudeln in Salzwasser bissfest garen.
Die Nudeln mit dem Ragout vermischen und servieren. Die restlichen Preiselbeeren extra dazu reichen.
Guten Appetit,
Silke
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Schönste Zeit

Der Spätsommer ist für mich die schönste Zeit!!

Geschäftiges Treiben auf den Feldern ringsherum! Die Landwirte ernten, man sieht die vielen Landmaschinen fahren. Mähdrescher in Staubwolken, Kornwagen, Stoppelfelder, große Rundballen… Die Luft ist irgendwie so voll, der Duft nach Getreide, das Licht anders, die Farben sanft und gesättigt. Das alles mag ich sehr! Wir haben diese Stimmung am Sonntag noch mal bei einer kleinen Radtour genossen.Vorbei an den Feldern, an Sonnenblumen (auch welche gepflückt), kurz eingekehrt im nächsten Dorf. Und am Abend ein feines Essen in unserem Garten! Ein schöner Spätsommertag!

 

 

Ich habe am Samstag vom Markt u.a. Zuckererbsen mitgebracht. Unsere eigene Ernte an Zuckererbsen war leider nicht so übermäßig groß und so war diese schnell verzehrt. Man kann ja mittlerweile das ganze Jahr hindurch Zuckererbsen bekommen, welche dann aus fernen Ländern kommen. Diese sind aber keinesfalls mit den deutschen Zuckererbsen zu vergleichen. Der Geschmack ist unvergleichlich intensiver und frischer. Zu den Zuckererbsen gab es Garnelen und Kirschtomaten und frische Linguine. Ein schnelles und sommerliches Rezept!

 

 

Ihr braucht dafür:

300 g Zuckerschoten
350 g Garnelen
2 kleine Knoblauchzehen
1 Bund glatte Petersilie
400 g Kirschtomaten
1 Becher Sahne
ca. 1/8 l Brühe
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
frisch geriebenr Parmesan
500 g Nudeln, frische Linguine / Tagliatelle

Nudeln nach Packungsanweisung kochen.

Die Garnelen schälen, Knoblauch klein hacken und die Zuckererbsen klein schneiden. Alles gemeinsam in einer Pfanne anschwitzen. Die halbierten Tomaten dazugeben und das ganz mit der Sahne ablöschen. 10 min leicht köcheln lassen und dabei bei Bedarf etwas Brühe nachfüllen. Mit Gewürzen abschmecken.

Mit den Nudeln vermengen, nochmals abschmecken und dann mit dem frischen Parmesan servieren.

 

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Steinpilz-Pasta

 

Wir haben gestern einen Korb mit frischen Steinpilzen vor unserer Tür vorgefunden.  In unserem Freundeskreis gibt es ein Paar, das zu der hier eher seltenen Gattung der „Pilzesammler“ gehört. Und in diesem Jahr waren wir die ersten, die in den Genuß der neuen Herbst-Steinpilze kamen.  Wir lieben diese leicht nussig schmeckenden Steinpilze. Sie sind bei uns auf dem Markt oder im Supermarkt kaum zu kaufen und wenn dann zu Preisen, die fast schon ungeheuerlich sind. Eine Züchtung von Steinpilzen ist nämlich bisher nicht gelungen.  Zu ihrem Namen sind die Pilze übrigens aufgrund des festen, weißen Fleisches gekommen.

Unsere Freunde sind nun also tatsächlich sehr eifrige Pilzesammler (im letzten Jahr ca. 70 kg!!!) und sind in diesen Monaten morgens um 5.00 Uhr in den Wäldern bzw. Waldrändern und Böschungen anzutreffen. Die entsprechenden Stellen sind ein wohl gehütetes Geheimnis, denn auch die Konkurrenz schläft nicht. Auf Nachfrage, wo sie denn die Steinpilze gefunden haben, erhält man meinst zur Antwort: „Im Wattenmeer!“ … ist klar!!!

Gestern Morgen wurden sie dann fündig und haben etwa 700 g Steinpilze gesammelt. Mehr gab die Natur noch nicht her. Unser Essensplan wurde daraufhin kurzerhand umgeworfen und es gab:

Frische Steinpilze mit Spaghetti.

Für 4 Personen benötigt Ihr dazu etwa:

750 g frische Steinpilze
150 g Schinkenwürfel
2 kleine Schalotten
4 Blätter Salbei
250 ml Sahne
1 EL Olivenöl
1 EL Butter
500 g Spaghetti

Die Spaghetti nach Packungsanweisung kochen. Die Steinpilze putzen und in Scheiben schneiden. Schalotten klein schneiden und in Olivenöl anschwitzen. Dann die Schinkenwürfel und Pilze mit etwas Butter dazugeben und anbraten, bis die Pilze eine leichte Bräunung annehmen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Den Salbei in dünne Streifen schneiden, kurz mitbraten und alle mit Sahne aufgießen und  leicht einköcheln lassen, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Mit den fertigen Spaghetti servieren und je nach Geschmack noch frisch geriebenen Parmesan dazu reichen.

Guten Appetit!!