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Mirabellen-Kuchen und fruchtiges Chutney mit Mirabellen

Es läßt sich nicht länger leugnen:
Der Hochsommer ist vorbei!
Zwar werden wir zur Zeit noch einmal mit sommerlichen Tagen verwöhnt, doch irgendwie ist das Licht schon anders, die Tage werden kürzer, der Garten verfärbt sich langsam, die Farbintensität und Üppigkeit der Blüten geht und die Temperaturen fallen… 
Der Spätsommer hält Einzug!
Und was hält er für superleckere Früchte bereit!!!
 Den Auftakt heute macht die Mirabelle. Übervoll waren die buschartigen Bäume an der Weide in diesem Jahr, weshalb mein Vater auch so ausgesprochen großzügig mit dem Verteilen war und mir netterweise auch welche gepflückt hat. Nicht schlecht staunte ich allerdings, als er mit einem ganzen Eimer voller Mirabellen ankam, hatte ich doch eigentlich nur einige für einen Blechkuchen eingeplant. Und nicht schlecht staunte ich auch über das Aussehen der Mirabellen, denn eigentlich hatte ich sie gelblich in Erinnerung, also quasi Aprikosen in Kleinformat. Doch die Mirabellen, die mein Vater mir brachte, sahen eher aus wie Pflaumen im Miniformat. Es gibt also auch rote Mirabellen, was mir bis dahin gar nicht so bekannt war, und ich kann nur sagen…. lecker!!
Doch was tun mit einem ganzen Eimer voller Mirabellen?
 Ich habe erst einmal den geplanten Blechkuchen gebacken und möchte das Rezept hier unbedingt weitergeben, weil er so köstlich schmeckt. Die ersten Stücke haben wir noch lauwarm mit einem Klecks geschlagener Sahne genossen. Allgemein wurde dabei angemerkt, daß so ein Kuchen so frisch aus dem Ofen aber auch einfach unschlagbar ist. Nachdem wir dann einen Tag weg waren, hat mein Mann am darauffolgenden Tag noch die letzten Stücke gegessen mit der Bemerkung: „So durchgezogen schmeckt der Kuchen aber auch ganz besonders gut!“
Was nun also besser ist, solltet Ihr selbst einmal ausprobieren!
Blechkuchen mit Mirabellen und Honigstreuseln
Für den Mürbeteig:
300 g Mehl
100 g Puderzucker
80 g geriebene Haselnüsse
1 Prise Zimt
1 Ei
200 g Butter in Würfel geschnitten
Alles zu einem glatten Teig verkneten und in Folie gewickelt 20 Minuten kalt stellen.
Belag:
800 g Mirabellen, waschen, entsteinen und halbieren
300 ml Orangensaft
1,5 Pck. Vanillepudding
300 ml Sahne
4 EL Zucker
Honigstreuseln:
100 g Butter
175 g Mehl
50 g Mandelblättchen
2 EL Honig
80 g Zucker
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. 8 EL Orangensaft mit dem Puddingpulver glatt rühren. Restlichen Saft mit Sahne und Zucker in einem Topf zum Kochen bringen und den Puddingsaft einrühren. Einmal aufkochen und dann abkühlen lassen.
Streuselzutaten miteinander verkneten.
Ein Backblech mit Backpapier belegen, Mürbeteig ausrollen und auf das Blech legen. Pudding darauf verstreichen und mit den Mirabellen belegen. Zum Schluß die Streusel darauf verteilen und ca. 40 Minuten backen.
Für den Kuchen benötigt man ja nur 800 g Mirabellen; somit war der Eimer also nicht einmal zu einem Viertel geleert. Den Rest habe ich teilweise eingeweckt für einen späteren Zeitpunkt zum Nachtisch oder Kuchen und eine große Menge habe ich verwandt für ein fruchtig / scharfes Chutney. 12 Gläser sind daraus entstanden und auch dieses Rezept möchte hier weitergeben:  

Fruchtiges Chutney mit Mirabellen und Mango
Zutaten:
750 g entsteinte, vollreife Mirabellen
1 große Mango, schälen, entsteinen und in kleine Stücke geschnitten
200 g Zwiebeln, gehackt
3 Knoblauchzehen gepresst
daumengroßes Stück Ingwer, geschält und gehackt
1 Chilischote, gehackt 
1 EL Currypulver (ich habe Madras verwendet)
2 TL grobes Meersalz
250 g brauner Zucker
200 ml Weinessig
Alle Zutaten zusammen in einen Topf geben und unter rühren zum Kochen bringen. Bei reduzierter Hitze eine Stunde köcheln lassen und dann in Gläser füllen. Ca. 10 Minuten auf den Kopf stellen.
Vier Wochen durchgezogen wird der Geschmack noch voller und besser. Er ist fruchtig süß und gleichzeitig pikant mit einer leichter Schärfe. Bei den Zutaten kann man durchaus variieren. Es schmeckt z.B. auch ohne Mangos oder statt der Mirabellen mit Pflaumen als Basis, wer es lieber schärfer mag, nimmt einfach mehr Chilis, Koriander macht sich z.B. auch gut als zusätzliches Gewürz…
Es ist mindestens sechs Monate in den verschlossenen Gläsern haltbar und schmeckt wunderbar zu allem Kurzgebratenem oder auch zum Grillgut.
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So lecker die kleinen Mirabellen ja auch sind, ist die Arbeit des Entsteinens allerdings nicht zu unterschätzen, vor allem in großen Mengen braucht es seine Zeit. Ich habe einen Kirschkern-Entsteiner zur Hilfe genommen, was ganz gut ging. Allerdings macht das Entkernen auch die Hände nicht wirklich hübscher und hinterläßt leichte Verfärbungen. Handschuhe sind also empfehlenswert, nur kann ich damit leider nicht gut arbeiten.
Nach getaner Arbeit habe ich erst einmal einen schönen Sparziergang mit den Hunden gemacht und nach meiner Rückkehr zwei Eimer voller Zwetschgen in unserer Küche vorgefunden….
Dabei konnte mir der Kirschkern-Entsteiner dann leider auch nicht helfen und die Hände sind nun gar nicht mehr vorzeigbar!
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Freispruch für Brombeeren

Als ich in der letzten Woche den Gugelhupf mit Brombeeren servierte und freudig erklärte, daß ich die ersten Brombeeren des Jahres für diesen Kuchen gesammelt und außerdem auch noch gleich ein paar Fruchtstände der Brombeeren für einen Blumenstrauß gepflückt habe, kam sofort der skeptische Einwand:
„Aber hoffentlich ohne Fuchsbandwurm, oder?!“
Der Kuchen war sehr lecker und deswegen möchte ich auch gern das Rezept weitergeben! Man will aber doch auch wirklich bedenkenlos die kleinen wilden Beeren genießen und deswegen möchte ich hier das Thema Fuchsbandwurm kurz aufnehmen:
Was hat es nun eigentlich mit dem Fuchsbandwurm auf sich? Wie gefährlich ist das Beerensammeln und welche Gefahr geht von den wilden Früchten aus?
„Ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlicher, als sich durch den Verzehr von Waldbeeren mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren“, entwarnt Prof. Klaus Brehm, Biologe der Uni Würzburg, in einem Artikel der Apotheken Umschau vom 24.04.2012. Er erklärt weiter, daß Beeren die hoch am Strauch hängen, als Infektionsweg ausscheiden. Es ist von keinem Fuchsbandwurm-Patienten bekannt, daß er sich durch Waldbeeren angesteckt hat und so ist die Möglichkeit der Übertragung durch Waldbeeren oder Pilzen nicht belegt. Die verbreitete Angst vor Waldfrüchten ist daher fast immer unbegründet.
Doch wie kommt es zu einer Übertragung bzw. mögliche Infektion mit dem Fuchsbandwurm?
Der Parasit lebt im Darm von Füchsen. Über die Ausscheidungen der infizierten Füchse oder auch der gelegentlich infizierten Hunde und Katzen, die den Parasit z.B. durch infizierte Mäuse oder Ratten aufgenommen haben, gelangen die Wurmeier in die Umwelt. Eine Übertragung der Wurmeier auf Menschen findet dann ausschließlich über den Kontakt zum Mund statt. Und zwar entweder nach direktem Kontakt mit einem infizierten Tieren, an deren Fell die Eier haften können oder durch den Umgang mit verseuchter Erde, erklärt das Robert-Koch-Institut. Ein erhöhtes Risiko sich die Fuchsbandwurm-Erkrankung zu holen haben daher vor allem Personen, die in der Landwirtschaft tätig sind, Jäger und Waldarbeiter oder Menschen die Umgang mit Hunden und Katzen haben, die gern in Wäldern unterwegs sind und gern auf Mäusejagd gehen. Händewaschen und regelmäßige Wurmkuren bei den Hunden sind somit unbedingt wichtig.
Betroffene Regionen finden sich in erster Linie im gesamten süddeutschen Raum, vor allem die Schwäbische Alb, die Alb-Donau-Region, Oberschwaben und das Allgäu. Im übrigen Deutschland sind es nur Einzelfälle. Jährlich gibt es in Deutschland ca. 20 bis 30 Neuerkrankungen, die Infektion mit dem Fuchsbandwurm zählt damit zu den seltensten Parasitosen Europas erklärt Prof. Brehm.
Wie eigentlich bei jedem Obst, sollte man Waldfrüchte, gerade aus Bodennähe, sehr gründlich waschen. Außerdem sollte man zur weiteren Sicherheit überhaupt nur die höher gelegenen Früchte sammeln, denn es ist sehr unwahrscheinlich, daß Fuchskot an diese Beeren gelangt. Die Eier des Fuchsbandwurms sterben ab Temperaturen über 60 Grad Celsius zuverlässig ab, selbstgekochte Marmelade ist also völlig gefahrlos.
Das Deutsche Grüne Kreuz e.V. spricht vom
„Freispruch für Blaubeeren, Brombeeren und Co.“
Also laßt Euch den Geschmack nicht verderben, sammelt die leckeren Beeren und genießt sie nach Beachtung der entsprechenden Schutzmaßnahmen.
In Blumensträußen machen sich die Blütenstände auch superschön. Ich habe mir ein paar abgeschnitten an denen noch nicht reife Beeren waren und ihnen Hortensien und Rosen aus dem Garten zur Seite gestellt.
Sieht toll aus und hält sich eine ganze Weile in der Vase.
Spätestens ab Juli kann man die ersten reifen Brombeeren ernten. Übrigens reifen Brombeeren nach dem Pflücken nicht mehr nach, deswegen also nur ausgereifte Früchte sammeln.
Gugelhupf mit Brombeeren
250 g Brombeeren
350 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
250 g weiche Butter
Salz
220 g Zucker
5 Eier
1 Vanilleschote
120 ml Milch
100 g Puderzucker und 2-3 EL Zitronensaft für den Zuckerguss
Brombeeren gründlich abspülen, trocken tupfen und verlesen.
Eine Gugelhupfform fetten. Mehl und Backpulver mischen.
Vanilleschote längs aufschneiden und Mark herauskratzen.
Butter, 1 Prise Salz, Zucker und das Vanillemark
mind. 5 Minuten schaumig schlagen.
Eier einzeln unter rühren zufügen. Mehl und Milch abwechselnd einrühren.
Den Teig mit den Brombeeren abwechselnd in die Backform fühlen und im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad ca. 50 Min backen.
Kuchen erst in der Form und nach ca. 10 Minuten auf ein Kuchengitter stürzen und abkühlen lassen.
Puderzucker und Zitronensaft zu einem glatten Guss verrühren und über den Kuchen geben. 

 

 

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Unser Sommergarten

 Unser Garten hat im Juni und Juli seinen großen Auftritt und damit den Höhepunkt der Gartensaison. Alles steht in voller Blüte: Rosen, Lavendel, Katzenminze, Frauenmantel, andere Stauden und dann die Stockrosen, die zarten Malven und die vielen Hortensien. Außerdem tragen die Obststräucher viele Früchte und die Holunderblüten duften.
Ich möchte Euch heute einfach mal mitnehmen in unseren Garten und einige Eindrücke aus den letzten beiden Monaten zeigen. 
Vorab dazu einige Eckdaten:
Unsere Hof- und Gebäudefläche hat insgesamt ca. 2250 m², wovon ca. 700 m² für die Gebäudeflächen der Scheune und unseres Wohnstalls zu berechnen sind. Verbleiben also ca. 1600 m² Gartenfläche, eingebettet in die angrenzenden Weiden mit unseren Tieren.  
Den Garten haben mein Mann und ich angelegt. Während er vor allem für die Bäume und Hecken zuständig ist, widme ich mich der Beetgestaltung. Die Formen und die grundsätzliche Struktur überlegen wir gemeinsam. Die Pflege liegt bei mir.
 Einiges, wie z.B. die Obstwiese und sonstiger Baumbestand, hat den großen Umbau glücklicherweise überlebt. Vieles, vor allem die Beete, mußte ich neu anlegen. Sie sind jetzt zwei Jahre alt.
Während des Umbaus war ich oft der Verzweiflung nahe. Durch die neuen Fundamente und Dränagen mußte so vieles aufgerissen werden und es sah grauenvoll aus. Sehr viele Stauden und Rosen haben diese Zeit nicht überlegt, obwohl ich sie alle umgesetzt hatte. 
Hier seht Ihr ein Foto aus der Zeit.
Der Sandsteigtrog hat es überlegt!
 In den letzten zwei Jahren ist viel passiert; so langsam erhält unser Garten ein Gesicht. 
Fertig ist er aber noch nicht; dafür schwirren zu viele Ideen und Wünsche in unseren Köpfen herum!  
In dem wunderschönen Buch von Manfred Lucenz & Klaus Bender „Ein Garten ist niemals fertig“, erschienen im Callwey Verlag, klick, heißt es in der Einleitung:
„Ein Garten ist für uns kein fertiges Endprodukt, sondern ein fortlaufender Prozess des Wachsens, Werdens und Vergehens. Gärtnern bedeutet nicht nur zu pflanzen, zu hegen und zu pflegen, sondern auch die Pflanzen zu beobachten und über den Garten nachzudenken. Alle Sinne sind dabei gefordert…“
An der Terrasse habe ich einen breiten Streifen mit Lavendel angelegt, der in diesem Jahr ganz wunderbar blühte und uns bei den Abendessen am Gartentisch mit seinem Duft verwöhnte. Mittlerweile ist er schon verblüht und ich habe ihn zurückgeschnitten. Der Blick wird weitergeführt auf eine antike Norderneyer Straßenlaterne, ein Hochzeitsgeschenk.
 Die Kleinstrauchrose „The Fairy“ schmiegt sich über den Muschelweg zum Atelier.

 

 Hugo genießt den Garten zwischen Storchschnabel, Malven und Katzenminze. 
 Die Rose „Leonardo da Vinci“ beschenkt uns jedes Jahr mit einer reichen Blüte. Sie hat auch den Umbau überlebt. In einem halbkreisförmigen Beet stehen sieben, mittlerweile große Rosenbüsche, denen ich u.a. die Katzenminze „Walkers Low“ zur Seite gestellt habe. Es ist ein sehr unkompliziertes Beet. 
Auf dem rechten Bild erobert die Ramblerrose „Bobby James“ eine Birke. 

 

 

 

 Der Storchschnabel „Rozanne“ ist vielfach in unserem Garten vertreten. Er schlängelt sich um Buchsbaumkugeln oder durch die alten gusseisernen Zäune. Unermüdlich blüht er fast bis in den November hinein und das jedes Jahr wieder ganz zuverlässig aufs Neue. Er ist zu einer wichtigen Stütze im Garten geworden.
Der Storchschnabel „Apfelblüte“ wächst deutlich niedriger als „Rozanne“ und blüht in einem zarten Rose. Er schlängelt sich um die Buchskugeln zum Haupteingang. Eine typisch ostfriesische Stimmung ist dort auf der rechten Seite zu sehen: Wind, Sonne und Wolken die am Himmel vorüberziehen. Typisch ostfriesisch sind auch die Linden. Wir haben eine ganze Reihe davon als Abgrenzung zur Weide gesetzt.  
Auf der Rückseite des Hauses haben wir ein Gartenbett für ein Schläfchen zwischen den Hortensien!

 

Ein Blick über den Staketenzaun, der Duft- und Indianernessel im Zaum hält , auf unser Sorgenkind, den Gartenteich. Wie Ihr seht, ist er grün! Ich habe immer wieder Schubkarren voller Entengrütze abgefischt! Mittlerweile habe ich den Kampf fast aufgegeben, denn er ist immer wieder bereits nach wenigen Tagen grün. Dafür blüht der Wasserdost wenigstens sehr schön!  

Das war ein kleiner Einblick in unseren Garten!
Unseren Kräutergarten hatte ich schon einmal hier gezeigt.

 

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Familiengemüse

Gibt es ein Familiengemüse? 
Ich meine damit ein Gemüse ähnlich wie ein Familienrezept. Das sich allseits großer Beliebtheit erfreut, ob bei Kindern oder Großeltern, zu dem es Geschichten zu erzählen gibt oder an dem Erinnerungen hängen. Das bereits über Jahre einen Stammplatz auf dem heimischen Esstisch hat und dabei in verschiedenen Variationen?! Ich würde sagen: Wir haben so ein Gemüse! Und zwar die oftmals unterschätzten „Dicken Bohnen“ oder auch „Sau-Bohnen“, wie sie in einigen Regionen genannt werden.
Eine meiner ersten Gartenerinnerungen ist z.B. nicht etwa Unkrautjäten oder das Pflücken von bunten Blumen?! Nein, es ist „Bohnen puhlen“ auf der Terrasse. Als Kind waren es gefühlte und gar nicht kleiner werdende Berge von Bohnenschoten. Dabei haben auch immer gerne die Hofferiengäste geholfen. 
Und dann gab es am nächsten Tag die ersten neuen Dicken Bohnen für alle zum Mittag! Köstlich!
Mein Vater hat mittlerweile den Anbau und die Ernte der Bohnen komplett übernommen und quasi ein kleines „Feld“ damit bepflanzt. Wunderschöne große Pflanzen mit vielen dicken Bohnenschoten dran, die bewundernde Blicke von vorbeifahrenden Radfahren ernten. Hin und wieder wird er gefragt, wer denn diese großen Massen isst! Mein Vater lächelt dann nur; weiß er doch um seine Familie und deren Leidenschaft für dicke Bohnen. In diesem Jahr betrug die Ernte vier volle Schubkarren, die dann noch aus der dicken Hülse befreit werden mußten. Seine Hände sahen danach schlimm aus!!
 Meine Mutter übernimmt dann die Weiterverarbeitung und friert die Bohnen ein, so müssen meine Schwester und ich uns dann also nur noch die fertig portionierten Tüten abholen! Luxus!
Oftmals kommen die Bohnen als Beilage zu Fleischgerichten gemischt mit kleinen Möhren auf den Tisch oder auch gern in einem deftigen Eintopf mit Kartoffeln und Fleischwürfeln. Zu Spaghetti schmecken sie aber auch wunderbar!
Als mein Mann übrigens bei einem ersten gemeinsamen Essen mit der Familie beim Anblick der dicken Bohnen erklärte, daß diese ein „Lieblingsgemüse“ von ihm seien, erntete er allseits ein anerkennendes Lächeln und der Einstieg in die Familie war perfekt!
Ich möchte hier heute zwei Gerichte mit Dicken Bohnen vorstellen, wobei das eine mehr ein kleiner Snack ist. 
Nun hat sicher nicht jeder zu Hause einen Vater der ein Feld mit Dicken Bohnen bepflanzt. Zum Glück gibt es sie aber ja gerade auf dem Markt bzw. im Supermarkt und noch dazu für kleines Geld. Wenn einem aber auch das Auspalen aus der dicken Hülse zu lange dauert, kann man auch im Tiefkühlfach nachschauen.
Kommen wir zum ersten Rezept:
Spätzle Pfanne mit Dicken Bohnen und Kabanossi
Je 400 g frische Spätzle aus dem Kühlregal,  Dicke-Bohnen und ein kleiner Spitzkohl
250 g Kabanossi
1/4 l Gemüsebrühe
Öl, Salz und Pfeffer
Spätzle in kochendem Salzwasser garen und abtropfen lassen.
Dicke Bohnen in kochendem Salzwasser blanchieren, abgießen und abschrecken und die weiße Haut entfernen.
Spitzkohl vierteln, waschen und vom Struck in Streifen schneiden.
Kabanossi in Scheiben schneiden.
Öl in einer großen Pfanne erhitzen und Kabanossi unter Wenden darin anbraten. Spätzle kurz mitbraten und dann beides herausnehmen.
Kohl und Bohnen im Bratfett ca. 5 Minuten braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Brühe angießen und weitere 3-4 Minuten garen. Kabanossi und Spätzle hinzugeben und bei Bedarf noch einmal nachwürzen.
 Die Grundlage bzw. das folgende Rezept habe ich in diesem wunderbaren Kochbuch entdeckt. Ich habe es nur leicht abgewandelt. Man kann es als Snack reichen oder auch als Vorspeise. Es schmeckt einfach super!
Bohnenpüree auf Mozzarella-Rucola-Crostini
Für das Bohnenpüree
450 g dicke Bohnen
1/2 Töpfchen frischen Basilikum
50 g Parmesan oder Pecorino
2 EL Olivenöl
1 TL Zitronensaft
Salz und Pfeffer
Für die Crostini
250 g Büffelmozzarella
1 Baguettebrot in Scheiben
1 große Knoblauchzehe, geschält und halbiert
Eine Handvoll Rucola
Olivenöl
Fleur de Sel
Die Bohnen in kochendem Salzwasser ca. 2-3 Minuten kochen, abgießen und abschrecken und die Haut anritzen und den Kern herausdrücken.
Bohnenkerne mit Basilikum zu einer großen Paste pürieren. Käse, Öl und Zitronensaft untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Mozzarella zerpflücken und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Baguettescheiben toasten und mit den Knoblauchhälften einreiben.
Erst das Bohnenpüree, dann Mozzarella und Rucola darauf verteilen, mit Öl beträufeln und mit Fleur de Sel bestreuen.
Die Crostini sofort servieren.

 

 

 

 

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Hofzuwächse und schneller Joghurtkuchen

Was gehört zu einer typischen Hof-Idylle mit Tieren und den entsprechenden Menschen, die ein Selbstversorgerdasein leben?
Glückliche Hühner!!
Natürlich!!
Freilaufende Hühner, die über die grünen Flächen ziehen, das Frühstücksei nur allzu gern liefern und stets begleitet werden von einem stattlichen Hahn, der morgens den Tag mit seinem fröhlichen Krähen begrüßt. Und so waren auch Hühner eine unserer ersten Anschaffungen vor Jahren, als wir uns für dieses Landleben entschieden haben. Und „vor Jahren“ sagt eigentlich auch schon alles: Die Hühner sind in die Jahre gekommen, legen nur noch sehr sporadisch und fallen vor Altersschwäche schon fast von der Stange 🙂 Der stattliche Hahn hat auch bereits das Zeitliche gesegnet!
Es mußten also neue Hühner her. Wichtig war uns bei der Anschaffung das Wissen um die Herkunft und Haltungsweise. Wir wollten auf keinen Fall Hühner, die mit Medikamenten oder irgendwelchem Superfutter großgezogen wurden. Sie sollten von sich aus kraftvoll, gesund und dabei jung sein. Bei einem Bekannten fanden wir solche Hühner aus seiner eigenen Zucht, wobei die Rasse aufgrund wilder Kreuzungen nicht mehr klar zu definieren ist. Eigentlich hatten wir im Familienrat zehn Hühner abgesprochen, doch mein Mann, der irgendwie immer die Sorge hat wir könnten am Hungertuch nagen, hat klammheimlich 16 Hühner bestellt und diese sind nun bei uns eingezogen.
Wir haben sie am ersten Tag im Stall gelassen, damit sie sich erst einmal eingewöhnen. Das ging aber erstaunlich schnell, denn eigentlich hatten sie nur ihr Futter im Kopf, wie man auf den Bildern auch sehen kann.
Am nächsten Tag haben wir sie schon mit den anderen Hühnern frei laufen lassen und alles klappt wunderbar. Das mit den Nestern für die Eier war den Hühnern allerdings wohl bisher noch nicht so bekannt. Das müssen sie sich also definitiv noch mal von den alten Hühnern abgucken!! Denn zur Zeit legen sie ihre Eier auch noch gern an irgendwelchen unmöglichen Stellen, wo wir sie suchen müssen 🙂

 

Dafür sind die Eier aber super und vor allem lecker!

 

Ein neuer Hahn kam dann noch von einem anderen Bekannten, der uns dieses Prachtexemplar sehr ans Herz gelegt hatte. Er ist noch sehr klein und ich hatte bisher keine Gelegenheit ein Foto von ihm zu machen, weil er sich irgendwie immer versteckt. Ich glaube fast, er hat ein bißchen Angst vor der Anzahl und Größe seiner ihm anvertrauten Damen.
Die neuen Eier habe ich dann auch gleich für einen Kuchen benötigt, den ich hier zeigen möchte, weil ich nach dem Rezept gefragt wurde. Ein schneller Joghurtkuchen, bei dem einfach nur alle Zutaten zusammengemixt werden und der dann nur noch für eine Stunde in den Backofen muß. Fertig! Durch den Joghurt und das Öl ist er schön saftig!  

 

 

 

 Kastenkuchen mit Joghurt
 
200 g Vollmilch-Joghurt
240 g Zucker
240 g Mehl
150 ml Speiseöl
3 Eier
1 Päckchen Backpulver
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
abgeriebene Schale von einer 1/2 Zitrone
 
Alle Zutaten in eine Schüssel geben und 5 Min. auf höchster Stufe rühren. Den Teig in eine gefettete und mit Mehl bestäubte Form glatt streichen und bei 175 Grad im vorgeheizten Backofen etwa eine Stunde backen.
Evtl. mit Zuckerguss und Mandelblättchen garnieren. Dann gibt es am Hof noch weiteren Zuwachs zu vermelden:
 Sieben kleine Entenküken sind dieser Tage geschlüpft!  

 

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Wald- und Wiesenernte

Bei meinen täglichen Streifzügen mit den Hunden durch die Felder und Wiesen werden gerade alle Sinnesorgane verwöhnt.  Man hört die Vögel zwitschern und der Wind rauscht in den Blättern der Bäume. Dem Getreide auf den Feldern kann man fast beim Wachsen zustehen und es streckt einem schon die Ähren entgegen, die langsam vom grünlichen ins gelbliche wechseln und überall blühen die verschiedensten Wildblumen. Dazu duftende Gerüche von blühenden  Büschen. Die Natur beschenkt uns also gerade reichlich! Und man muß nur zugreifen und kann sich davon etwas direkt mit nach Hause holen: Wildblumen wie z.B. Kamille oder Mageriten für die Vasen und / oder für die Gaumenfreuden z.B. Holunderblüten, die mit Ihrem Duft locken.

Von Juni bis August ist Holunder-Blütezeit.  

Holunder ist eine perfekte Zutat für Marmeladen und Gelees oder als Sirup für leckere Mixgetränke z.B. mit Mineralwasser und Apfelsaft oder für einen Hugo mit Prosecco und Minze.

Die Blüten sollten an sonnigen Tagen gepflückt werden und dabei voll aufgeblüht sein, denn dann haben sie ein intensives Aroma. Der für den Geschmack verantwortliche Blütenstaub sollte übrigens auch möglichst nicht abgespült werden.


Holunderblüten-Sirup

Ihr benötigt: 
Ca. 30 Holunderblütendolden
2 unbehandelte Zitronen 
1 kg Zucker
25 g Zitronensäure (aus der Apotheke)
Zucker mit 2 l Wasser aufkochen. Zitronen auspressen und mitsamt der Schalen zum Zuckerwasser geben und dann abkühlen lassen.  Die Blüten in die kalte Zuckerlösung geben, den Topf mit einem Tuch abdecken und mind. zwei Tage ziehen lassen. Mit einer Schaumkelle die Schalen und die Blüten entfernen und den Sud durch einen feinen Sieb oder eine Mullwindel gießen. Zitronensäure hinzufügen und das Ganze noch einmal unter Rühren aufkochen und dann direkt in heiß ausgespülte Flaschen füllen und verschließen.
 Ich bereite immer einige Flaschen Holunderblüten-Sirup auf Vorrat zu. Lagert man die Flaschen kühl und dunkel bleibt der Sirup etwa ein Jahr haltbar… bis zur nächsten Ernte. 

Dann möchte ich hier noch ein zweites Holunderblütenrezept vorstellen, und zwar eine Joghurttorte, bei der der Backofen heute einmal kalt bleibt, die außerdem sommerlich frisch und raffiniert im Geschmack daherkommt und auch optisch eine gute Figur macht.


Joghurttorte mit Holunderblüten

Zutaten für eine 26er Springform: 7 Holunderblüten
250 g Zucker
150 g Kekse
125 g Butter
8 Blatt Gelatine
500 g griechischer Joghurt
4 EL Zitronensaft
200 g Schlagsahne Den Zucker mit 250 ml Wasser aufkochen lassen und abkühlen lassen. 6 Holunderblüten damit übergießen und mind. 4 Stunden abgedeckt ziehen lassen.

Die Kekse fein zerbröseln und mit der geschmolzenen Butter vermengen. Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen und die Keksmischung gleichmäßig darauf verteilen und leicht andrücken. Im Kühlschrank fest werden lassen.
Nach der Wartezeit den Holunderblütensirup durch ein Sieb gießen. Gelatine einweichen. Joghurt mit 200 ml Sirup und Zitronensaft verrühren. 6 Blatt Gelatine bei schwacher Hitze auflösen, etwas Joghurt einrühren und dann alles zum restlichen Joghurt geben, gut verrühren und im Kühlschrank leicht fest werden lassen.
Sahne steif schlagen und unter die Joghurtmasse geben sobald diese zu gelieren beginnt. Die Joghurtcreme auf den Boden verteilen und im Kühlschrank fest werden lassen.
Den restlichen Sirup erwärmen und die verbleibende Gelatine darin auflösen. Blüten von der restlichen Holunderblütendolde mit einer Schere abschneiden, zum Guss geben und diesen auf der Torte verteilen.
Mindestens vier Stunden fest werden lassen im Kühlschrank.
Zum Schluß evtl. mit Holunderblüten verzieren.

 

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Tierische Schreckmomente und zwei Erdbeerleckereien

Viele denken sicherlich, so ein Landleben ist stets ruhig und besinnlich und hätte wenig Aufregendes zu bieten! Dem ist nicht so! Zumindest nicht immer! Die letzten Tage hatten so einige Aufregungen und damit einhergehende Adrenalinstöße parat.
Am Dienstag war ich im Garten am werkeln als ich plötzlich meinen Vater laut nach mir schreien hörte! Ja, schreien und nicht rufen! So laut, daß wohl alle Nachbarn im Umkreis von einem Kilometer, die evtl. meinen Namen vergessen hatten, ihn jetzt wieder kennen. Ich habe vor Schreck alles fallen lassen und habe einen Kurzsprint in die Richtung hingelegt, aus der der Schrei kam. Dort fand ich folgende Situation vor: Einen Wasserschlauch, der unkontrolliert durch die Gegend spritzt; mein Vater über die Wiese rennend; Kühe, die meinen Vater verdutzt ansehen und eine Kuh ganz in der Nähe meines Vaters, die zunächst verdutzt guckt und dann rennend die Flucht ergreift! Dann bleibt mein Vater plötzlich stehen, völlig außer Atem, und ruft: „Fehlalarm!“ 
Zur Erklärung: Mein Vater hat beobachtet, wie eine Kuh unserer Galloways abseits der Herde steht und sich irgendwie merkwürdig verhält und dazu genau neben einem recht tiefen Entwässerungsgraben steht. Außerdem erwartete diese Kuh in naher Zukunft ihr Kalb. Mein Vater dachte nun, daß diese Kuh gerade ihr Kalb bekommen hat und das dieses in den Graben gerutscht ist. Eine Spiegelung im Wasser hatte ihn getäuscht, sein Herz aussetzen und daraufhin ebendiesen beachtlichen „Run“ hinlegen lassen. Die ganze Aktion hat ihm dann auch ganz schön weiche Knie beschert und wir mußten uns beide erst einmal von dem Schock erholen! Puh! Aber war ja alles noch mal gutgegangen.
Nächster Tag: Mein Mann meinte, ich solle mir mal was anschauen. Auf der an unser Hofgrundrundstück angrenzenden Weide war das erwartete kleine Kälbchen gerade geboren, ganz munter und total süß! Wir gratulieren uns zu dem schönen Kälbchen, loben die Mutter, die das so wunderbar hinbekommen hat und genießen noch ein wenig den friedlichen Anblick.

 

Am späteren Abend, so gegen 22.00 Uhr, machen wir noch einen Spaziergang durch den Garten, beobachten das Kälbchen an einer anderen Stelle, verdächtig nahe am Graben und plötzlich: Blubb!!! Fällt das kleine Kälbchen in den Graben! Die ganze Herde ist aufgeregt und ich schreie – ja, diesmal ich, und auch das kann man wohl bei der Tonlage nicht mehr rufen nennen – meinen Mann an, daß wir das Kälbchen retten müssen bevor es ertrinkt! Die Mutterkuh brummt wie verrückt und wird auch fast wahnsinnig. Mein Mann zieht also noch schnell die Gummistiefel über und nun flitzen wir beide über die Weide zu der Stelle, wo das Kälbchen im Graben liegt. Mein Mann springt beherzt in den Graben, nimmt das Kälbchen auf den Arm und trägt es die Böschung hoch zur Mutter, die es sofort brummend an sich nimmt. Lebensretter!!! Die Gummistiefel hat er übrigens dafür nicht wirklich gebraucht, steht das Wasser im Graben im Moment doch eher so oberschenkelhoch 🙂
Die Mutterkuh hat danach erst einmal das nasse Kälbchen dankbar abgeleckt. Wir haben uns dieses schöne Bild noch eine Weile angesehen (mein Mann in seinen bis obenhin mit Wasser gefüllten Stiefeln) und uns langsam von dem Schrecken erholt. 
Ich bin soooo froh, daß wir gerade zu dem Zeitpunkt draußen waren und gesehen haben, wie das Kälbchen in den Entwässerungsgraben gefallen ist. Hätten wir das nicht bemerkt, hätte das Kälbchen sicher nicht überlebt. Es war noch zu klein und schwach um die Böschung allein wieder hoch zu kommen.

Also mir reicht’s damit erst einmal an Aufregungen!

Ohne große Aufregungen haben zwei leckere Erdbeerrezepte diese Woche die heimgemachte Küche verlassen. Zwar waren es noch nicht die eigenen Erdbeeren aus dem Garten, trotzdem waren sie einfach superlecker!
Das erste Rezept ist ein feines Panna-Cotta mit Erdbeeren und Minze:

 

Erdbeer-Panna Cotta
Zutaten für ca. 6 Portionen
3 Blatt Gelatine
200 g Erdbeeren
150 g Sahne
50 g Creme fraiche
Mark einer Vanilleschote
40 g Zucker, 1 Spritzer Zitronensaft
250 g Erdbeeren für die marinierten Erdbeeren
40 g Puderzucker
50 ml Orangensaft
1 TL Minze fein geschnitten
Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Erdbeeren waschen und klein schneiden. Die Erdbeeren mit der Sahne, der Creme fraiche, Vanillemark, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben, aufkochen und bei geringer Hitze 10 Minuten köcheln lassen.
Fein pürieren. Die Gelatine ausdrücken und in der heißen Panna cotta unter Rühren auflösen. In Gläser füllen und im Kühlschrank fest werden lassen.
Für die marinierten Erdbeeren die Früchte waschen und in kleine Würfel schneiden. Den Puderzucker mit dem Orangensaft solange verrühren, bis sich der Zucker gelöst hat. Die Erdbeerwürfel und die fein geschnittene Minze unterrühren. Auf dem Panna Cotta verteilen.
Und dann gab es die Woche auch diese kleinen Schönheiten, und zwar Erdbeer-Plätzchen:

 

 Erdbeer-Plätzchen
Für ca. 25 Stück
 
140 g weiche Butter
70 g Zucker
1 EL Vanillezucker
2 Eigelb
80 g Mehl
60 g gemahlene Mandeln
1 Prise Salz
 
Füllung:
100 g Butter
90 g Zucker
1 Msp Vanillemark
125 g Frischkäse
300 g Erdbeeren
 
100 g Puderzucker
2-3 EL Zitronensaft
 
Die Butter mit Zucker, Vanillezucker und Eigelben cremig rühren. Mehl, Mandeln und Salz miteinander mischen, dazugeben und zu einem Teig kneten. Ca. 30 Min. kühl stellen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kneten, kleine Bällchen formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Eine kleine Mulde in die Mitte drücken. Ca. 10 Min backen und dann auskühlen lassen.
Für die Füllung die Butter mit Zucker und Vanillemark cremig rühren. Frischkäse unterrühren und dann kalt stellen. Erdbeeren waschen und halbieren. Puderzucker mit dem Zitronensaft verrühren. Mithilfe eines Spritzbeutels die Creme auf die Plätzchen spritzen und darauf je eine Erdbeerhälfte setzen. Dann den Zuckerguß darüber verteilen. Trocknen lassen.
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Hofpromis und mein liebstes Spargelrisotto

 Da schlägt man am Samstagmorgen die lokale Tageszeitung auf und wer schaut einem da frech und fröhlich entgegen?! Unsere Esel! Unter der Rubrik „DAT MOI BILD AN’T ENN VAN D‘ WEEK“ („Das schöne Bild zum Wochenende“ für alle nicht plattdeutschfirmen Leser 🙂 sind drei unserer insgesamt vier Esel abgebildet.

Und die Bildunterschrift lautet:
„In munterem Dreiklang in ein vergnügtes, hoffentlich sonniges Mai-Wochenende.“

Tatsächlich ist es so, daß unsere Esel ganz häufig Freude und Vergnügen bei anderen auslösen und ein Lächeln in nahezu jedes Gesicht zaubern. Sie haben einfach eine tolle Ausstrahlung: Ein bißchen frech, große Ohren, recht eigenwillig und sehr, sehr neugierig, ausgesprochen freundlich, verschmust und einfach liebenswert und lustig in ihrer Art. 
Und so sind sie auch bereits zum dritten Mal in der lokalen Zeitung abgebildet und haben somit den Promistatus an unserem Hof. Max, unser ältester Esel, hat zudem jedes Jahr einen Gastauftritt bei einem lebendigen Krippenspiel zur Weihnachtszeit im nächsten Dorf. Der ist also schon quasi ein Profi vor der Kamera. Wir denken langsam darüber nach, ob wir nicht doch mal eine Gage verlangen sollten 🙂
Ein sonniges Mai-Wochenende war es nun nicht gerade, dafür verwöhnt uns das Frühjahr aber gerade mit so vielen tollen Leckereien: Erdbeeren, Rhabarber, Spinat, Spargel…!Und Spargel gibt es im Moment mindestens einmal die Woche bei uns in verschiedenen Variationen, schließlich ist ja die Saison nur so kurz und wir lieben Spargel! Eines meiner absoluten Lieblingsrezepte ist ein Spargelrisotto mit Mandel und mariniertem Filet. Ganz wunderbar schmeckt feines Hähnchenbrustfilet dazu, wir essen es aber auch z.B. mit Wild- oder Gallowayfilet. Das Fleisch sollte mind. eine halbe Stunde in einer Marinade aus Knoblauch, Chili, Balsamico, Olivenöl und Sojasoße ziehen, dann ist es einfach toll zu dem Risotto mit weißem und grünem Spargel und gerösteten Mandelblättchen


Spargel-Risotto mit Mandeln und mariniertem Filet

Ihr benötigt:
400-500 g Hähnchenbrust-, Wild- oder Kalbsfilet
1 rote Chilischote
2 Knoblauchzehen
2 EL Balsamico
2 EL Olivenöl
3 EL Sojasoße
1 EL brauner Zucker
je 250 g weißen und grünen Spargel
3 EL Butter
2 Schalotten
300 g Risottoreis
200 ml trockener Weißwein
800 ml Gemüsebrühe
3 EL gehobelte Mandelblättchen
100 g Parmesan, frisch gerieben
Salz und Pfeffer
Die Chilischote entkernen und fein hacken, 1 Knoblauchzehe schälen und durchpressen, beides mit dem Essig, Öl, der Sojasoße und dem Zucker zu einer Marinade verrühren. Das Fleisch waschen, trocknen und in Stücke schneiden, mit der Marinade vermengen und zudeckt im Kühlschrank mind. eine halbe Stunde ziehen lassen. 
Spargel schälen (grünen Spargel nur im unteren Drittel!) und in ca. 2cm breite Stücke schneiden. Die Spargelspitzen extra abschneiden und zur Seite stellen. 
Schalotten und zweite Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Butter erhitzen und beides darin zusammen mit dem Spargel andünsten. Reis dazugeben und weiterdünsten. Mit Wein ablöschen und nach und nach Brühe zugeben. Bei kleiner Hitze ca. 10 Minuten garen lassen und immer wieder umrühren. Die Spargelspitzen zugeben und weitere 10 Minuten garen. 
Mandelblättchen fettfrei in einer Pfanne anrösten.
Das Fleisch aus der Marinade nehmen und abtropfen lassen, dabei die Marinade auffangen. Das Fleisch in einer Pfanne anbraten, die Marinade zugeben und erhitzen.
Parmesan und etwas Butter zum Risotto geben. Nach Bedarf noch etwas Brühe zugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 
Das Fleisch auf dem Risotto mit den gerösteten Mandelblättchen bestreut servieren.   

 

 

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Queen of the Night – Purpurne Farben

„Einfache Späte Tulpen“ stand auf dem Verkaufsschild und das klingt ja zunächst nicht sonderlich aufregend. Das Foto und die Bezeichnung „Tulipa Queen of the Night“ haben mich beim Kauf aber angesprochen und jetzt auch wirklich überzeugt. Ja, die Tulpen sind einfach! Das heißt, sie sind nicht gefüllt oder mit gezackten Blütenblättern, haben keine Lilienform, sind nicht mehrfarbig… sie sind eben einfach und dabei so wunderschön!!! Denn die Farbe überzeugt: Ein tiefes Violett! Einfach schön!

 

Und sie haben bei mir einen guten Platz gefunden. Wir haben an der Terrasse ein Beet, welches mir schon viele Niederlagen bereitet hat, denn nur Unkraut scheint sich hier pudelwohl zu fühlen. Es ist ein halbkreisförmiges Beet. Dieser Halbkreis umfasst drei große Birken und das ist auch das Hauptproblem: Die Birken entziehen dem Bett viel Wasser und verfügen über ein dichtes Wurzelwerk. Der Boden ist also knochentrocken, hart und voller Wurzeln. Außerdem ist das Bett im Sommer schattig. Vor vier Jahren haben wir 15 Buchsbaumkugeln in verschiedenen Größen und eine Eibenkugel gesetzt, die mittlerweile auch gut eingewachsen sind. Die gesetzte Buchshecke ist hingegen noch sehr zögerlich und einige Heckenpflanzen mußte ich auch schon ersetzten. Mit der Unterpflanzung war ich dann lange auch nicht so erfolgreich. Selbst der doch sonst so problemlose und blühfreudige Storchschnabel „Max Frei“ wollte hier nicht bleiben. 

Im letzten Jahr habe ich dann „Kleines Immergrün Vinca Minor“ gesetzt, das ja bekanntlich unkompliziert ist, keine hohen Bodenansprüche hat und auch mit Schatten zurecht kommt. Es gilt also auch als „einfache“ Pflanze und ich denke, daß es eine gute Entscheidung war, denn das Immergrün scheint mit den Bodengegebenheiten zurechtzukommen und treibt in diesem Frühjahr ganz wunderbar aus und zeigt schon Blüten.

Neu war für mich die Farbe, kannte ich Immergrün bisher doch nur in weiß und blau. Aber diese neue Blütenfarbe „Atropurpurea“ ist toll: zarte purpurne / violette Blüten schlengeln sich um die Buchsbäume. Aufgrund der Farbe des Immergrüns habe ich dann auch die Tulpen „Queen of the Night“ im Herbst gesetzt. Die „schwebenden“ Tulpenköpfe überragen jetzt die Buchskugeln und die zarten Blüten des Immergrüns.

  
In diesem Beet hat auch vor vier Jahren unser wunderschöner alter Sandsteinbrunnen seinen Platz gefunden.

 

 

 Als Wiederholung zur Blütenfarbe in dem Halbkreisbeet habe ich letzten Monat kleine violette Hornveilchen in eine alte Zinkwanne gesetzt. Diese stehen jetzt auf unserem Terrassentisch und nehmen die purpurne Farbe auf 🙂

Fazit:
„Einfach“ ist oftmals die beste Entscheidung!
P.S.: Die Fotos sind übrigens unter erschwerten Bedingungen entstanden! Ständig eine Hundeschnauze fast im Gesicht oder den ganzen Hundekopf vor der Kamera kann schon störend sein 🙂
 
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Hofgeschnatter: Erster Nachwuchs im Gänsestall und ein Spinat-Kuchen

Hinter mir liegt eine intensiv landwirtschaftliche Woche, denn meine Eltern waren für einige Tage verreist und so hatte ich die Verantwortung für sämtliche Tiere des Hofes. Während wir uns um die Großtiere gemeinsam kümmern, sind die „Kleintiere“, mit Ausnahme der Hunde, sonst nämlich unter der Obhut meines Vaters und werden von ihm versorgt. Dieser Tage wurde mir dann amüsiert bewußt, daß das Ganze bei uns schon fast ein bißchen der Arche Noah gleicht: Hier ein Kaninchenpärchen, da die Hühner, am Teich ein Entenpärchen, die Katzen haben hinten am Hof ihren Napf, die Gänse in ihrem Gehege, dann die Pferde, die Esel, die Galloways,… und alle warten abends auf ihr Futter, was natürlich je nach Rasse unterschiedlich ist! Ich hatte also schon ein bißchen zu tun! Mein Mann begrüßte mich dann auch abends ebenso amüsiert mit den Worten: „Na, meine kleine Bäuerin“, wenn er mich mal wieder in Gummistiefeln mit irgendwelchen Futtereimern in der Hand auf dem Hof vorfand.
 
Kurz vor der Rückkehr meiner Eltern wurde ich für meine Federviehversorgung noch mal ganz besonders belohnt: Sechs kleine Gänseküken, bereits wild piepend, kamen mir abends unter schnatternder und zischender Bewachung der Eltern entgegen. Wirklich süß! Bisher hatten wir noch nie so recht Erfolg mit dem Gänsenachwuchs, denn es ist irgendwie doch deutlich schwieriger als bei den Hühnern. Diese Gans brütete aber bereits viele Tage ganz fest auf ihren Eiern und mein Vater hatte schon die Vorahnung, daß sie vielleicht gerade während seiner Abwesenheit schlüpfen könnten. So war es dann ja auch und natürlich konnte ich mir die Bemerkung: „Ich muß das erst in die Hand nehmen, dann klappt das auch mit den Gänseküken“ nicht verkneifen 🙂
Im Garten geht’s ja auch gerade rund. Wie das alles wächst!! Nicht mehr lange und wir können den ersten eigenen Spinat aus dem Garten ernten. Auf dem Wochenmarkt habe ich schon jungen frischen Blattspinat gesehen und auch gleich mitgenommen, sozusagen als kleine Vorfreude auf den eigenen Spinat.
Der Spinat-Kuchen mit cremigem Ricotta schafft es zu jeder Spinat-Saison auf unseren Küchentisch und deswegen möchte ich ihn hier auch vorstellen. Durch den Mürbeteig dauert es etwas länger, doch lohnt sich die Wartezeit auf jeden Fall!

 

 

Spinat-Kuchen:
Mürbeteig:
250 g Mehl, 250 kalter Butter in Flöckchen, 1 TL Salz und und ca. 5 EL kaltes Wasser mit dem Kenthaken zu einem glatten Teig verarbeiten und in Frischhaltefolie gewickelt mindestens 30 Min. kalt stellen.
500 g Blattspinat
2 rote Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
75 g frisch geriebener Parmesan
8 Stiele Thymian und ein halbes Bund glatte Petersilie
200 g Creme fraiche
2 Eigelb
250 g Ricotta
Olivenöl
Salz und Pfeffer
Spinat waschen und abtropfen lassen. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten. Den Spinat zugeben und zusammenfallen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Dann Abtropfen lassen und leicht ausdrücken.
50 g Parmesan mit Creme fraiche, Eigelb und den gehackten Kräutern verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech rechteckig ausrollen (ca. 25x 30 cm und den Teigrand leicht dabei hochdrücken. Im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad ca. 15-20 Minuten backen.
Dann den Spinat auf dem Kuchen verteilen, Ricotta darüberbröckeln, darüber die Kräutercreme verteilen und mit dem Rest Parmesan bestreuen. Zurück in den Ofen und nochmals ca. 15-20 Minuten backen.
Guten Appetit,
Silke